Jüdische Korrespondenz
- Journal
- Jüdische Korrespondenz
- Volume
- 6 (1920)
- Issue
- 1 (2.1.1920)
- Date
- 1920-01-02
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 Jüdische Korrespondenz Nr.. 1 2u sich sprechen lasten; werschwankend geworden sein sollte, wird sich daran aufrichten. Karl Marx, dem eigentlichen Begründer der herrschenden Richtung des internationalen Sozialismus und begeisterten Agitator der sozialistischen Idee in Deutschland sind die soeben erschienenen neuesten Lieferungen (4, 5 und 6) des großen illustrierten Sammelwerkes „Die Befreiung der Menschheit", Freiheitsideen in Vergangenheit und Gegen» wart (Deutsches VerlagShaus Bong & Co., Berlin W 57) gewidmet. In einer Serie hochinterestanter Aufsätze des bekannten sozialistischen Publizisten Paul Kampffmeyer wird Marx uns vor Augen geführt. Die glänzenden Essays „Christentum und Marxismus", „Marx und Engels" sowie „Die erste Gestalt des Marxismus" geben ein geschlossenes Bild der überaus fruchtbaren Lebensarbeit des für alle Zeiten vorbildlichen Sozialisten und Erziehers zu freiheitlichen Ideen, des eigentlichen Begründers des modernen wissenschaftlichen deutschen Sozialismus. In den weiteren Beiträgen über „Die Grundgedanken des Lastalleanismus" und „Von der Sektenbewegung zur Massenbewegung" zeigt Paul Kampffmeyer Ferdinand Lastalle als den Mann, in dem der jungen deutschen Arbeiterpartei ein Propagandist von weltgeschichtlicher Bedeutung erwuchs, der berufen sein sollte, eine ganze Generation von Agitatoren mit theoretischen, nationalökonomischen Ideen auszurüsten. Daneben wird die Tätigkeit Bebels, des bedeutendsten Arbeiterführers der letzten Jahrzehnte, eingehend gewürdigt. Der reiche, sorgsam ausgewählte Bilderschmuck — Bildnisse, Faksimiles, charakteristische Zeitbilder und Gemälde nach Werken erster Künstler — beleben den Text in ausgezeichneter Weise. „Die Scham." Beiträge zur Physiologie, zur Psychologie und zur Soziologie des Schamgefühls. Von Adolf G e r s o n. (Abhandlungen aus dem Gebiete der Sexualforschung. 1. Band, 5. Heft.) Bonn, 1919, A. Marcus & E. Webers Verlag. Einzelpreis Mk. 4-—, Vorzugspreis Mk. 3'—. — Von der Ansicht ausgehend, daß es für daS allgemeine Schamgefühl keine feststehenden Normen gibt, behandelt Gerson vorwiegend das geschlechtliche Schamgefühl. In zwei Abschnitten (die Entstehung der Schamhülle — der erotische Kult) zeigt er, daß die niederen Völker der Gegenwart das geschlechtliche Schamgefühl nicht besitzen und daß die vorzeitlichen Menschen es bis spät ins Altertum hinein nicht besaßen. In zwei weiteren Abschnitten (die Entstehung der Ehe — die Geburt der Liebe) zeigt er. daß das geschlechtliche Schamgefühl zunächst am Weibe entstanden ist und daß seine Ausbreitung wesentlich vom nachexilischen Israel aus erfolgt ist und mit der Diaspora des Judentums und der Propaganda des Christentums zusammenhing. In besonderen Abschnitten spricht er über die Schamreflexe, Zweck, Kultur des Schamgefühls u. a. Aerzte, Pädagogen. Juristen, Geistliche nnd Künstler, alle die als Volkserzieher an ihrem Geschlechts arbeiten, finden in dem Buche reiche Belehrung, und zwar auf einem Gebiete, auf dem Irrwahn und falsche Scham noch m der QbeQenmaxt unendlichen Schaden stiften. „DaS jüdische Palästina." Von Dr. L. W e i n b e r g. Die soeben im Verlag „Jüdische Rundschau" (Berlin) erschienene Schrift gibt, von der englischen Deklaraüon vom 2. November 1917 ausgehend, ein Bild von den polittschen Zielen des Zionismus, wie sie durch die umwälzenden Ereigniffe dieser Zeit Gestalt gewonnen haben und durch die Arbeit für den Aufbau des jüdischen Palästina in die Wirklichkeit sich umzusetzen beginnen. Die Bedeutung der jüdischen Arbeit der letzten 30 Jahre m Palästina wird in oas rechte Licht gerückt und die Entwicklung der palästinensischen Verhältnifle in der Kriegsperiode, besonders nach der englischen Besetzung, zum Ausgangspunkt genommen für eine Darlegung der großen Möglichkeiten und der daraus sich ergebenden Ausgaben in wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Beziehung, die in absehbarer Zeit zu einem starken jüdischen Volkszentrum führen müssen. KOMMIS SUCht Stellung in der Textil- oder einer verwandten Branche. Unter „Verläßlich* an die Redaktion dieses Blattes. Sie Mimet! nie Hebräisch erlernen, wenn Sie nicht ein wirklich praktisches, wissenschaftlich zuverlässiges neuhebräisch-deutsches und deutsch-neuhebräisches Wörterbuch besitzen. Ein solches ist das von den ersten wissenschaftlichen Autoritäten glänzend begutachtete neue „Menorah-Wörterbuch**. Es erscheint demnächst im Hebräischen Verlag „Menorah“, Berlin 8. W., Hamburgerstraße 37. Preis beider Teile, in einen flexiblen Ganzleinenband gebunden, mit künstlerischer Deckelzeichnung Mk. 28'— und 10 Prozent Teuerungszuschlag. Alleinvertrieb: M. Poppelauer, Buchhandlung, Berlin O, 2, Neue Friedrichstraße 69. Verlangen Sie noch heute Prospekt und Probeseiten! Adas Jisroel (Schiffschul), II., Große Schiffg. 8. Gebetstunden in der Zeit vom 11. bis 18. Tebet (19. bis 26. Dezember). Freitag, 11. Tebet: Sabbateingang 410 Uhr. Samstag, 12.Tebet: Morgengebet7und 9'30, Mincha 12-15und3-30, Sabbatausgang 4 55. An Wochentagen: Morgengebet 6 40, Mincha 4 Uhr. 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