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Jüdische Korrespondenz · 1919-10-07 · 37 (7.10.1919) · page 8

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
5 (1919)
Issue
37 (7.10.1919)
Date
1919-10-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Jüdische Korrespondenz Nr. 37/38 (Zur Stellung der Araber.) Das „Allgemeen Handelsblad" in Amsterdam vom 14. August bringt den Bericht des Zionisten Jakob Israel de Haan über seine Unterredung mit- . einem bekannten arabischen Führer und Feind des Zionismus,. . Azef Pascha El Dajani. Dieser-arabische Führer spricht sich gegen jede Einwanderung von Juden nach Palästina aus und bestreitet die historischen Rechte deR jüdischen Volkes auf Palästina. Wenn behauptet würde, daß die 13 Millionen Juden der Welt Palästina als Heimstätte wollten, so müsse er darauf Hinweisen, daß alle Mohamedaner der Welt dagegen seien. (Das Gerichtswesen in Palästina.) Am 3. August erhielt der „Waad Aschkenasi" vom Militärkommandanten ein Schreiben, in welchem der „Waad" darauf aufmerksam. gemacht wird, daß die von ihm zur Gründung eines neuen Gerichtshofes unternommenen Schritte zu Zwistigkeiten führen dürften. Vertreter des „Waad" haben daraufhin den Kommandanten besucht, um ihm Erklärungen über den Grund dieser Neugründung abzugeben. Außerdem haben sie ihm in dieser Angelegenheit auch ein schriftliches Memorandum überreicht. — Der palästinensische Mitarbeiter der „Jüdischen Preßzentrale Zürich" berichtet: Am 10. August fand in Jerusalem eine allgemeine Versammlung der Aschkenasischen Gemeinde statt, um über ihr Verhältnis zum „Waad Aschkenasi", besonders betreffs der von letzterem geplanten Gründung eines neuen Gerichtshofes, Stellung zu nehmen, da dies geeignet sei, eine Spaltung in der Gemeinde hervorzurufen. Auf der stark besuchten Versammlung, an der die Führer der Jerusalemer Orthodoxie sich beteiligten, wurde, nach allseitiger Klarstellung erwähnter Frage, eine Resolution angenommen, die u. a. die Wahl einer Kommission vorsieht, welche einen Ausweg finden soll, diesen Zwischenfall auf friedlichem Wege zu erledigen. Falls dies nicht gelingen sollte, ist die Kommission ermächtigt, Vorbereitungen für die Wahl eines neuen „Waad Aschkenasi" zu treffen. (Von de« jüdischen Legionären.) Die Exekutive des Rabbinerverbandes von Palästina richtete an die britische Militärverwaltung in Aegypten das Ersuchen, die jüdischen Regimenter am Sabbat und an den jüdischen Feiertagen (soweit die Landesverteidigung es zuläßt) von jeder Arbeit zu befreien, den religiös gesinnten jüdischen Legionären eine rituelle Verpflegung zu geben (gleich den indischen Soldaten, denen die rituelle Verpflegung garantiert ist) und den jüdischen Soldaten Erleichterungen,für den Besuch Jerusalems und der heiligen Orte zu gewahren. (Verhaftete „Judeans" in Palästina.) Zu Beginn des vorigen Monats sind 55 „Judeans" (jüdische Soldaten der englischen Armee), die aus Kanada und den Bereinigten Staaten nach Palästina kamen, verhaftet worden. Als Grund ihrer Verhaftung wird die Aeußerung angegeben, zukünftig den Befehlen nicht gehorchen zu wollen und daß sie sich nicht mehr als Soldaten betrachteten, da man sie 6 Monate nach Waffenstillstand zu demobilisieren versprochen habe, während jetzt die militärischen Autoritäten erklärten, daß sie erst 6 Monate nach Unterzeichnung des Friedens aus dem Heer entlassen würden. Sie glauben, daß dieser Entschluß von den Lokalbehörden auf Einfluß der zionistischen Kommission gefaßt worden sei. Die Männer behaupten weiter, daß sie tief getäuscht worden sind von der gegenwärtigen unbefriedigenden Lage Palästinas. Man hätte sie glauben gemacht, Palästina solle ein jüdischer Staat werden, während sie nur den Eindruck gewonnen hätten, daß das Land nur eine englische Provinz sei. Sie beklagten sich über die unfreundliche Behandlung seitens der jüdischen Kolonisten und daß nichtjüdische Soldaten größere Annehmlichkeiten genießen als die jüdischen. (Sachverständige für Palästina.) Das Kopenhägener Zionistische Bureau berichtet: Die Zionistische Palästina-Kommission hat den Professor der Botanik an der Londoner Universität, Patrick Geddes, als Sachverständigen für die Ausarbeitung der Pläne zum Aufbau des neuen Jerusalems und der hebräischen Universität engagiert. .Professor Geddes reist, demnächst nach Palästina ab. „Jewish Chronicle“ berichtet dazu, daß Professor Geddes als anerkannte Autorität auf dem Gebiet des Städtebaus gilt, worüber er auch mehrere Arbeiten publiziert hat. Die Zeitung schreibt: '„Die Wahl von Professor Geddes ist eine sehr glückliche; sein Rat und seine Hilfe werden sicherlich von außerordentlichen Nutzen sein. Seine Ernennung beweist zugleich, daß ein neues Palästina — und ein jüdisches Palästina — jetzt erheblich mehr als ein Traum geworden ist. Die zionistische Bewegung ist voll und ganz in das Stadium der praktischen Tätigkeit eingetreten, und der Umstand, daß man' die Hilfe solcher Männer wie Professor Geddes heranziehen kann, eröffnet die weitesten Möglichkeiten . . . Essteht zu hoffen, daß die Friedenkonferenz die Ernennung von Professor -Geddes als ein Pfand für den Enthusiasmus des- Schaffens ansehen wird, den die Juden an den Tag . legen werden, wenn die britische Deklaration in einem-großzügigen Und weisen Geist interpretiert wird und nicht in pedantischer und engherziger Art und Weise." (Die Alliance.) In der Alliance Schule in j Damaskus, in der mehr als 200 jüdische Mädchen erzogen werden, hat die Leiterin ein Verbot erlassen, hebräisch zu sprechen, wie äüch die hebräischen Abendkurse zu besuchen. Jede Uebertretung dieses Verbotes wird bestraft werden. (Die Untertunuelung Jerusalems.) Ein großartigem Jngenieurplan für Palästina, der auch die Untertunuelung. Jerusalems eiuschließt,,ist von einem norwegischen Ingenieur Albert Hiorth ausgearbeitet worden; er verfolgt das Ziel, das Mittelländische Meer und das Tote Meer durch große Kräftestationen miteinander zu verbinden. Der Plan sieht, einen Tunnel von' etwa sechzig Kilometer Länge vor, der . von Osten nach . Westen läuft und unter Jerusalem durchgeht, um Wasser zu dem tieferen Ende des Jordantales zu führen. Von dieser Stelle aus soll das Wasser durch Röhren bis zum Niveau des Toten Meeres geleitet werden, und dort ffoll. eine Kraftstation mit elektrischen Maschinen die Wasserkraft in Elektrizität umwandeln, um auf diese Weise Licht und Kraft demganzen Lande mitzuteilen. Die Kraftstation soll auch dazu verwendet werden, um die Wafferzuführ um den See Genezareth zu regulieren und damit die Bewässerung bon einigen Hunderttausend Acres Landes in die Wege zu leiten. Sodann soll die dadurch erlangte Kraft zum Betriebe von Asphaltminen in der Gegend des Toten Meeres und in den Ebenen von Sodom und Gomorrha benutzt werden. , (Eisenbahnen.) Einer Zusammenstellung des L. Z. B. entnehmen wir folgende Miteilung . über den gegenwärtigen Stand des palästinensischen Bahnnetzes. Folgende Linien sind in Betrieb: Kantara—Haifa 415, Lud—Jerusalem 69, Lud— Jaffa 20, Rasa—Berseba 50, Haifa—Dera 164, Damaskus— Dera—Maan 460, Haifa—Akko 17 Kilometer. Rundschau. (Gegen die politische und konfessionelle Verhetzung in der Mittelschule.) In einem an die Direktionen sämtlicher Mittelschulen und verwandter Lehranstalten, ergangenen Erlasse des Unterstaatssekretärs für Unterricht wird anläßlich des Schulbeginnes eröffnet, daß der Teilnahme-von Mittelschülern der Oberklassen an Vereinen von seiten, der Schule kein Hindernis mehr in den Weg zu legen ist. Die widersprechenden Bestimmungen der Disziplinarordnung haben außer Kraft zu treten. Zugleich wird in dem Erlasse betont: „Sache der Lehrer wird es sein, insbesondere im Wege der Schulgemeinde dahin zu wirken, daß jegliche politische' und konfessionelle Verhetzung von der Schule.ferngehalten wird. Es muß Ehrenpflicht der Schulgemeinde sein, in ihrer Mitte -keine Friedensstörung zu dulden. Vereinsabzeichen dürfen -in der Schule nicht getragen werden." (Die Inden und das Teschener Plebiszit.) Im Zusammenhang mit dem Plebiszit in Teschen arbeitete der Referent für tschechische Angelegenheiten im Preßbureau des polnischen Ministeriums des Aeußern ein Referat aus, worin auch der, Juden gedacht wird. Darin heißt es unter-anderem: (Fortsetzung auf Seite 10.)

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