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Jüdische Korrespondenz · 1919-09-12 · 34 (12.9.1919) · page 8

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
5 (1919)
Issue
34 (12.9.1919)
Date
1919-09-12
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Jüdische Korrespondenz Nr. 34 und vertiefte sich wie gewöhnlich in die heiligen Bücher. Aber er vermochte keinen Gedanken zu sinnen, kein Wort aus dem vor ihm offenliegendem Buche zu erfaffen. Denn er war über das Verhalten des Golem sehr ängstlich und er fürchtete eine große Gefahr für die ganze Gemeinde. Plötzlich fiel ihm ein: „Ist denn kein heiliger Name vorhanden, durch dem man den Golem bezwingen könnte?"'Am. Ende wollte er ihn aus der Welt schaffen; es sei ungeschickt und gefährlich, wenn ein Golem einem über den Kopf wächst. Was sei zu unternehmen? Er ließ geheim seinen Jünger Simche in das Zimmer der Abgeschiedenheit konnnen und erzählte ihm von den bösen Umwandlungen des Golem. Da sprach der Jünger tief verdüstert: „Meine Befürchtung, als ihr mich zur Mitwirkung an dem Erschaffen des Golem aufgeordert, war also begründet." Darauf Rabbr Elie: „Ja, du bist ein weiser und voraussehender Mann. Allerdings mußt du aber bedenken, welche großen Aufgaben ich mit dem Golem bis heute doch erfüllt habe, derentwegen allein sein Erschaffen nicht zwecklos war. Nun aber haben wir ein neues Werk zu erfüllen- Haben wir früher nach dem heiligen Namen grübeln müssen, um den Golem zu erschaffen, so müssen wir jetzt einen heiligen 'Namen ausfindig machen, der die Gewalt in sich haben soll, dem Golem das lebendige Odem zu nehmen, daß er wieder zu Staub werde." Rabbie Elie entnahm auS dem Bücherschrank das Buch Sohar und suchte nach dem Thema, wo von dem „Zerbrechen der Gefäße" („Schwiras Hakelim“) die Rede ist. Er weihte seinen Jünger in das Geheimnis ein, und da sie all die Schriftzeichen, durch welche ein „Gesäß" zerbrochen werden kann, gründlich erfaßten, begaben sie sich m das Zimmer der Abgeschiedenheit, wo sich der Golem gewöhnlich befand. Sie trafen ihn im tiefen Murren an. Und da sie das Ziminer betraten, raffte er sich auf und machte sich daran, sich auf sie zu werfen- Er sah ganz wie ein Tobender aus. Rabbi Elie aber sprach gleich den heiligen Name TRILBHAE, die Jnitialien der hebräischen Worte: rTeize Ruch Jauschiw l'admote bajom haliu awdu estonosow.“— So ihn der Geist verläßt, kehrt er zur Erde zurück und nichtig sind am selben Tage seine Sinne." (Psalm Kap. 1-16, Vers 4.) und im nächsten Augenblicke fiel der Golem wie ein Klumpen Lehm zu Boden- „Gepriesen sei, der in Wahrheit richtet," sprach Rabbi Elie Atem holend. Er empfand Freude, sich des Golems entledigt zu haben. Er entnahm nun der „Leiche" das Pergamentpapier und sah zu seiner Bestürzung, daß der Buchstabe „H" im ausdrücklichen Namen Gottes fehlte. Da begriff er erst recht, weshalb der Golem verdorben wurde. Er warf noch einen Blick, den letzteit Blick, auf den Lehmkörper. Es stimmte ihn beinahe wehmütig, als er sein Werk zerstört sah. Schließlich hatte er ihm doch eine Zeitlang gute Dienste geleistet- Nun befahl er seinem Schüler, die heilige Bruderschaft zu verständigen, daß „Srulik der Narr" plötzlich gestorben sei und man beerdigte ihn nach dem Brauche, als wäre er ein gewöhnlicher Mensch gewesen. Und als die Zeit kam, da Rabbi Elie sein Ende herannahen fühlte, ließ er die Gemeindeältesten zu sich kommen, erzählte ifjneu die Wahrheit über „Srulik den Narr" und befahl seinem Jünger Simche die Wundergeschichte vom Erschaffen bis zur Vernichtung des Golems in ein Buch zu schreiben, damit Zeitalter nach Zeitalter, Generation nach Generation wisse, welche Wunder der Schöpfer aller Welten seinem Volke Israel auch in den finsteren Tagen das Golus tat. Und Gott möge sich schon unser erbarnren und die Zerstreuten und die Verstoßenen von Ost und West, Nord und Süd einsammeln. Amen, so sei der Wille des Heiligen. Neue Bücher. „Organisation de§ Justiz- und Strafverfahrens in Dentschösterreich." Von Dr. Friedrich Engel und Dr. Alexander Löffler. Wien, 1919. Manzsche Verlagsbuchhandlung. Preis K 4-50 sowie 20 Prozent Teuerungszuschlag. — Zwei Vorträge aus dem Zyklus „Der Aufbau von Deutschösterreich", die von berufener fachmännischer Seite das Problem allseitig beleuchten und beherzigenswerte Vorschläge unterbreiten. „Der Weg der Deutfchjuden." Von Alfred Lemm. Der bleue Geist-Verlag, Leipzig. 1919. Preis Mk. l'20. — Eine geistreiche Arbeit, großes Interesse bietend selbst demjenigen, der nicht mit allen Ausführungen des Verfassers einverstanden ist. „Die Bedeutung der Mystik für die Weltreligionen." Von Friedrich Heiler. Verlag von Ernst Reinhardt, München, 1919. Preis Mk. 1'60. — Vortrag, gehalten am 19. März 1919 in der Gesellschaft für Anthropologie, Ethnologie und Urgeschichte in München. In fließender, populärer Weise behandelt der Vortragende sein Thenia und bringt eine Reihe interessanter Darlegungen. „Woher es kam." Von Paul R o h r b a ch. Stuttgart, I. Engelhorns Nachfolger. 1919. Preis Mk. 1-60. — Enthält eine Reihe von Aufsätzen, Auszüge aus Schreiben, Vorträge, die die Entwicklung der Dinge bis zum Zusammenbruch Deutschlands schildern und erklären. Ein interessanter Beitrag zur politischen Geschichte des Weltkrieges. „Aus den Geheimarchiven deö Zaren." Von M. Pokrowski. Verlag von August Scherl, G. m. b. H-, Berlin. Preis Mk. 0-80. — Diese' neueste Flugschrift des „Tag" bringt geradezu vernichtendes Material über die verbrecherischen Kriegsvorbereitungen der Entente. M. Pokrowski, früher Dozent der Geschichte und später Volkskommissär für Schul- und Bildungswesen in Moskau, ein überzeugter Bolschewist, hat die zaristischen Geheimarchive bearbeitet und aus ihnen eine große Anzahl von Dokumenten veröffentlicht, die eine gewaltige Anklage gegen die Entente darstellen und auch heute noch zur Lösung der Schuldfrage unentbehrlich sind. Argendgruppe des Vereines zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Judentums. ■ -- . — Vereinslokal: IS., Große Schiffgasse Nr. 16. Gcöffnct au Wochentagkn von ß vis 10 Uhr abends, an Samriagcn und Sonntagen ab 9Ul;rvorn'.itlags. Reichhciliige Biüliolhe!' n. Zeitschriften -ur freien Benützung der Mitglieder. ScHrririrn-MnLeitnng vorn 18. bis 23. Muk 3679 (13. bis 18. September 1919). Samstag, yni Uhr vormittags: Sidro mit Kommentar, Se. Ehrwürden Herr Rabbiner S. N e u w i r t h. Samstag, V-3 Uhr nachmittags: Geinoroh (Gittin), Herr Salomon Schreiber. Samstag, 1I-A Uhr nachmittags: Pirkeh Omans, Se. Ehrw. Herr Rabbiner I. B a u m g a r t e n. Sonntag, 11 Uhr vormittags: Jeschaja, Se. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. I. P o l l a k. Sonntag, ’/28 Uhr abends: Mischleh, Herr Albert Breuer. Montag, y2S Uhr abends: Mffchiwh (Bezoh), Se. Ehrw. Herr Rabbiner A. Weiß. Montag, 'Iß Uhr abends: Gemoroh (Gittin), Herr Salomon Schreiber. Dienstag, V-,6 Uhr abends: Mischnoh (Bezoh), Se. Ehrw. Herr Rabbiner A. W e i ß. Dienstag, V«9 Uhr abends: Mögen Awrohom (Rausch-Haschonoh), Herr Siegmund Schrei b e r. Mittwoch, V28 Uhr abends: Thillim, Se. Ehrw. Herr Rabbiner M. Flesch. Mittwoch, 1/2d Uhr abends: Mögen Awrohom (Rausch-Haschonoh), Herr Siegmund Schreiber. Donnerstag, 1/2S Uhr abends: Dinim für die Feiertage, Se. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. I. P 0 l l a k. Donnerstag, Va9 Uhr abends: Gemoroh (Gittin), Herr Salomon Schreiber. Ankündigungen: Bei schönem Wetter finden die Vorträge im rückwärtigen Hofe der Schiffschul statt. — Turnen für Mitglieder Sonntag um 8 Uhr vormittags, II., Malzgasse 16. — Mincha- Gebet täglich um 1 Uhr nachmittags im Vereinslokal. Adas Jisroel (Schiffschule), II., Große Schiffg. 8. Gebetstunden in der Zeit vom 17. bis 24. Elui (12. bis 19. September). Freitag, den 16. Eiul: Sabbateingang 6 05. Samstag, den 17. Elul: Morgengebet 630 und 9 Uhr, Minolta 12-15. Um 3'30 Vortrag von Pirke-Aboth und anschließend Minolta. Sabbat- Ausgang 650. An Wochentagen: Morgen gebet 615 und 6 Uhr, Minolta 6 30. Guter Musjaf Vorbeter streng religiös, fiu* die hohen Feiertage gesucht. Anmeldungen an Obmann Herrn Bernhard Hofbauer, I., Tuchlauben 20. Machsike Hadas l.f Lazenhof. ::: Wörterbuoli sss Hebräisch-polnisch-deutsch K 40-— Deutsch-hebräisch . . . K 30-— Hebräisch-deutsch . . . K 30-— (2—6) Clialdäisch-deutsch . . . L 15-— Ojzer Haschoruschim, 5 Teile K 65-— MS" Alles gebunden 1 Buchhändler Rabatt! "W8 Bei 0. Wilf, Lemberg, Sonnengasse Nr. 23. Eigentum einer Societät. — Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Jtonas Kreppel. Genossenschafts-Buchdruckerei, Wien, VIII., Hernalser Gürtel 20.

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