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Jüdische Korrespondenz · 1919-09-05 · 33 (5.9.1919) · page 8

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Journal
Jüdische Korrespondenz
Volume
5 (1919)
Issue
33 (5.9.1919)
Date
1919-09-05
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Judisehe Korrespondenz Nr. 33 Endlich sprach der Polizeichef: „Ich muß meines Amtes walten." Er war selbst von dieser seltsamen Episode sehr gerührt und es bedurfte Anspannung seines Gemütes, um den Mönch auf die Behördestube zu bringen. Dort war cs numüehr ein Leichtes, auch von Anna Zmudzinska und ihrer Mutter ein Geständnis zu erhalten. Nach den damals herrschenden Kirchenvorschriften wurden die drei Diebe auf öffentlichem Platze verbrannt, so daß die ganze Menge von der Unschuld der Juden überzeugt war. Das Standbild der Gottesmutter wurde aber wieder unversehrt in Ehren in das Kloster gebracht. _(Schluß folgt.) Briefkasten. W. K. Die Angelegenheit der Aufnahme der Oedenburger Herrn in den Verband der Schiffschul ist noch nicht definitiv entschieden. Da im Vorstande Bedenken gegen die Aufnahme geäußert wurden, so wurde beschlossen, zunächst nähere Erhebungen zu pflegen. Keineswegs war es der angebliche Zionismus des Bewerbers, der hiebei irgend eine Rolle spielte. Daß er es als richtig erachtete, eine noch pendente Angelegenheit in einer solchen Form vor die Oeffentlichkeit zu bringen — wahrscheinlich mit der löblichen Absicht, auf den Vorstand der Schiffschul einen Druck auszuüben — dürfte aber kaum dazu beitragen, die Bedenken gegen die Aufnahme zu zerstreuen. „Jüdische Namen." Sicherlich haben all diejenigen recht, die gegen die Annahme nichtjüdischer Namen auftreten. Aber wir möchten die Herren vom „Jüdischen Nationalrat" fragen, wie es denn kommt, daß ihr Sekretär Dr. W., der immer mit seinem „Efraim Fische!" stolzierte, sich plötzlich Visitkarten drucken ließ, die auf „Philipp" lauten. Die Herren werden aber gut tun, auch im eigenen Lager auf Ordnung zu achten, da der erwähnte Fall keineswegs vereinzelt dasteht. Neue Bücher. „Worte Mosis." Herausgegeben von Dr. Hugo B e r g m a n n. I. E. C- Bauers Verlag, Minden (Westfalen). Preis gebunden Mk. 3-20. — Neben einer überaus interessanten Einleitung enthält -das Buch eine reiche Auswahl biblischer Sprüche und Sendenzen in einer vorzüglichen Uebersetzung- Ein bibliographisches Verzeichms der auf die Bibel bezughabenden Schriften und ein Register bilden den Schluß des schön aus gestatteten Buches. „Wirtschaftsgeographie in Syrien." Mit einer Wirtschafts' karte. Von Dr. Hans Fischer. Sonderabdruck aus der „Zeitschrift des Deutschen Patästinavereines". Alleinvertrieb durch den „Jüdischen Verlag", Berlin (W. 15, Sächsische Straße 8). 1919. — Eine ebenso aktuelle wie überaus gediegene Arbeit, der angesichts des gegenwärtigen Stadiums der Palästinafrage eine erhöhte Bedeutung zukommt. Sämtliche Gebiete der Wirtschaftsgeographie werden mit Sachkenntnis eingehend behandelt. „Die Partei." Roman von Stephan Großmann. Preis K 13-80. Verlag Ullstein & Co., Gesellschaft m. b. H., Wien, I. — Die heiße Luft des politischen Kampfes erfüllt diesen Roman Stephan Großmanns. Seine Umwelt ist die Wiener Arbeiterbewegung in der Zeit der österreichischen Wahlreform. Er schildert die Partei da, wo ste zu großen Aktionen wuchtig einsetzt und auch das nervenerregende Getriebe der kleinen Tageskämpfe. Volksversammlungen. Redaktionssitzungen, Komiteeberatungen sind von einem scharfen Beobachter geschaut und in dieser Dumpfheit vollziehen sich Schicksale. Der Parteiführer erscheint, besten Namen den Hunderttausenden die Sache bedeutet, der unter dem Zwang der Disziplin zusammenbrechende idealistische Eingänger, der zynische Geschäftspolitiker, der ehrgeizige Parteistreber, der unduldsame Phanatiker. Mit einer warmherzigen Güte wird gezeigt, wie neben der politischen Existenz des Einzelnen verfälscht und unterdrückt die menschliche geht. Sehr innerlich sind die Frauengestalten des Romanes erfaßt. Und glänzend sind alle Milieubilder, die Wiener Leopoldstadt mit ihren Gasten, ein Tanzlokal im Prater. In den Szenen einer stürmischen Ringstraßendemonstration, bei der die Menge durch Polizei und Militär auseinandergejagt wird, hat das Werk seinen Höhepunkt. „Das Alte Testament der göttlichen Offenbarung in Auswahl erbauender Texte. Ausgewählt, nach Allioli aus der Vulgata mit Berücksichtigung des hebräischen und griechischen Wortlautes übersetzt, mit Einführungen und Anmerkungen versehen von Dr. Simon Weber, Domkapitular und Wirklicher Geistlicher Rat zu Freiburg i. B. Freiburg i. Br. 1919,Herdersche Verlagshandlung. Mk. 3-40', ebünden Mk. 4'60. — Das Buch ist wohl in erster Reihe für Christen estimmt — darauf zielen die Anmerkungen des Uebersetzers an manchen Stellen — es hat aber für jeden Leser infolge sorgfältiger Auswahl und Uebersetzung 'einen Wert. Ein Namen- und Sachregister sind gute Nachschlagebehelfe. „Kaiser Friedrichs Tagebuch." Mit Einleitung und Aktenstücken von Eduard Engel. Preis geschmackvoll gebunden Mk. 5'—. Heinrich Diekmann. Verlagsbuchhandlung, Halle (Saale). — Ein gerade für unsere Tage außerordentlich bedeutsames Buch wird soeben der Oeffentlichkeit übergeben: Die erste Buchausgabe von Kaiser Friedrichs Tagebuch. Das ältere Geschlecht erinnert sich noch des ungeheuren Aufsehens, das im September 1888 entstand, als das Tagebuch in einer Zeitschrift erschien und sogleich auf Antrag Bismarcks und mit Genehmigung Wilhelms des Zweiten beschlagnahmt wurde. Seitdem war das unvergleichlich wichtige Urkundenwerk so gut wie verschollen; das lebende Geschlecht hat davon läuten hören, kennt es aber nicht. Jetzt erscheint es, herausgegeben von Professor Dr. Eduard Engel, der es durch eine eingehende Einleitung, Beifügung der Aktenstücke und sachgemäße Anmerkungen zu.einem geschichtlichen Oüellenbuch höchsten Ranges gemacht hat. Erschüttert wird das deutsche Volk aus dem Tagebuch erkennen: die Befolgung der zwei Hauptgrundsätze der Politik des Kaisers Friedrich: freisinniger Ausbau des neuen Reiches und Freundschaft, ja Bündnis mit England hätten Deutschland vor dem liefen Fall bewahrt. Die ungewöhnlich wertvollen politischen Aufzeichnungen des Verewigten werden mit Recht über die Reichsgrenze hinaus starke Teilnahme finden, da keiner, außer einigen Berufspolitikern und Geschichtsforschern, das Tagebuch Kaffer Friedrichs kennt. Iugendgrup^e des Vereines zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Judentums. ■...BereinSlokal: H., Große Schiffgasse Nr. 16. ------ Geöffnet au Wochentagen von 8 bis 10 Uhr abends, an SamStageil und Sonntagen ab S UhrvormitiagS. Reichhaltige Biblische? u. Zeitschriften zur freien Benützung der Mitglieder. Schiurim-Krnteilung vom 11. Sis 16. Muk 6679 (6. Sis 11. September 1919). Samstag, Vsll Uhr vormittags: Sidro mit Kommentar, Se. Ehrwürden Herr Rabbiner S. N e u w i r t h. Samstag, VZ3 Uhr nachmittags: Gemoroh (Gittin), Herr Salomon Schreiber. Samstag, ^4 Uhr nachmittags: Pirkeh Omans, Se. Ehrw. Herr- Rabbiner S- Schenk. Sonntag, 11 Uhr vormittags: Jeschaja, Se. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. I. P o l l a k. Sonntag, '/fi Uhr abends: Mischleh, Herr Albert Breuer. Montag, 728 Uhr abends: Mischnoh (Brochaus), Se. Ehrw. Herr Rabbiner A. W e i ß. Montag, ’/j9 Uhr.- abends: Gemoroh (Gittin), Herr Salomon Schreiber. Dienstag, V,8 Uhr abends: Mischnoh (Brochaus), Se. Ehrw. Herr Rabbiner A- Weiß. Dienstag, Vs9 Uhr abends: Mögen Awrohom (Rausch-Haschonoh), Herr Siegmund Schreiber. Mittwoch, V28 Uhr abends: Thillim, Se. Ehrw. Herr Rabbiner M. Flesch. Mittwoch, Vi>9 Uhr abends: Mögen Awrohom (Rausch-Haschonoh), Herr Siegmund Schreiber. Donnerstag, V28 Uhr abends: Dinim für die Feiertage, Se. Ehrw- Herr Rabbiner Dr. I. P 0 l l a k. Donnerstag, '/39 Uhr abends: Gemoroh (Gittin), Herr Salomon Schreiber. Ankündigungen: Bei schönen! Wetter finden die Vorträge im rückwärtigen Hofe der Schiffschul statt. — Turnen für Mitglieder Sonntag um 8 Uhr vormittags, II., Malzgasse 16. — Mincha- Gebet täglich um 1 Uhr nachmittags im Vereinslokal. Sonntag von 12 Uhr mittags bis 6 Uhr abends tteberprüfung der Tefillin im Vereinslokal durch einen Soifer. Adas Jisroel (Schiffschule), II., Große Schiffg. 8. Gebetstunden in der Zeit vom 10. bis 17. Elul (5. bis 12. September). Freitag, den 10. Elul: Sabbateingang 620. Samstag, den 11. Elul: Morgengebet 630 und 9 Uhr, Mincha 1215. Um 3 30 Vortrag von Pirke-Aboltj, anschließend Mincha. Sabbat- Ausgang 705. An Wochentagen: Morgengebet 615 und 6 Uhr, Mincha 630. ::: Wörterbuch ::: Hebräisch-polnischtdeutsch K 40'— Deutsch-hebräisch . . . K 30'— Hebräisch-deutsch . . . K 30*— 0—6) Chaldäisch-deutsch . . . K 15'— Ojzer Haschoruschim, 5 Teile K 65‘— MT Alles gebunden 1 Buchhändler Rabatt! Bei O. Wilf, Lemberg, Sonnengasse Nr. 23. Eigentum einer Societät. — Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Jonas Kreppei. Genossenschafts-Buchdruckerei, Wien, VIII., Hernalser Gürtel 20.

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