Jüdische Korrespondenz
- Journal
- Jüdische Korrespondenz
- Volume
- 5 (1919)
- Issue
- 26 (18.7.1919)
- Date
- 1919-07-18
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/3495278-3495418-3495442--0977-3496851- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 8 Jüdische Korrespondenz. Nr. 26 Das Paar vermeinte ganz allein zu sein und wollten, wie sie es schon seit einer Reihe von Wochen taten, wieder eine Sünde begehen. Plötzlich hörten sie eine Stimme, die da rief: ' „Du sollst nicht ehebrechen I" Das Paar erschrak sehr und es wurde ihnen heiß und kalt, da cs nur eine Stimme hörte, doch keine Gestalt sah. Und die Angst brach ihm den wollüstigen Trieb und sie begingen diesmal nicht die Sünde. Der Golem aber entfernte sich und ging zu Rabbi Elie. „Ich habe den Ort des Greuels gefunden, sprach er, und auch die, welche es begangen haben." Und er erzählte dem Rabbi, was er gesehen und gehört habe. Als Rabbi Elie am Akorgen in der Synagoge erschien und die andächtige Gemeinde versammelt sah, sprach er: ,Nun wurde mir das Verborgene offenbart und ich weiß schon, durch Westen Sünde das Verhängnis , über unsere Gemeinde fruit? Er harrte einige Augenblicke im Schweigen, sah sich nach allen Seiten um, als er plötzlich aus den Kantor sein Auge warf und er sprach zu ihm: „Bösewicht, deiner Sünde wegen hat der Todesengcl in unserer Gemeinde Uebermacht gewonnen; gestehe, was du getan hast? Da wurde das Herz des Kantors von einem schrecklichen Klopsen ergriffe«, sein Gesicht wurde leichenblaß und ein Tränenstrom floß aus seinen Augen. Mit auseinanderfchlagenden Zähnen und an allen Gliedern zitternd, sprach er: „Es ist wahr, Meister. Meiner -Sünde wegen hat der Himmel ein Verhängnis aufdie Gemeinde gebracht. Und nun Meister, betet zu Gott, daß er mir meine Sünde vergebe. Ich wurde einmal vom bösen Triebe zum Greuel des Ehebruches verlockt, und da ich einmal die Sünde tat, zog sie nach sich immer wieder und wieder eine neue Sünde — — —'* Er brach in ein Schluchzen aus, das so rührend war, daß die ganze Gemeinde mitweinte. Selbst über das vornehme kreideweiße Gesicht Rabbi Elies rann eine Tränmschnur, jede wie eine Perle. ' Plötzlich hörte man den Kantor mit einer süßen, ins H"rz dringenden Stimme den Vers sinaen: „Adam en Zadik buar"c ascher lo jechta" — „Es gibt kein Mensch -auf Erden, der keine Sünde begehe", als er in Ohnmacht fiel. J°der Versuch, ihn wieder ins Leben zu rufen, blieb erfolglos. Rabbi Elie sagte: „Er hat die Sühne vollbracht, seine heilige Seele ist wieder rein und der Todesengel hat seine Macht verlor-«. Und von dies-m Tage au hörfr die Epidemie in Chelm auf und es v-raingen Monate, als der Todesengel erschien, seinen Tributschein zu holen. . . . , SHCCHHR1I - fn-33Pj mnn *nyb vrtt bs bis* '"9 mDT? ifrcpirOT&tf 4DK"£> ik D'snrö MATUSAN & HAPLANSKI Chemische Fabrik «SpersnssV Zürid» 6 (Schweis). Adas Jlsroel (Schiffschule) II., Große Schiffgasse 8. JU6ENDGRUPPE des „Verein zur Wahrung der Interessen des orthodoxen Judentums" Vereinslokal: II., Große.Schiffgasse 16 Geöffnet Samstag u. Sonntag ab 9 Uhr vorm., an Wochent. von 6—9 Uhr abds. Schuirim - Einteilung Samstag V2II Uhr vorm. Sidro mit Kommentar Sr. Ehrw. H .Rabb. Dr. J. Hofmann. n ' Vs3 99 nachm. Gemoro (Gittin) Herr Salomon Schreiber. n Vs4 »9 " P.rkeh Owaus Sr. Ehrw.H. Rabb. Dr. A. Deutelt. " 7*8 99 »•' Haftauroh Sr. Ehrw. H. Rabb. Dr. J. Pollak. Sonntag 11 99 99 Jeschaja Sr. Ehrw. H. Rabb. Dr.H. Hoffmann. „ V28 99 Mischleh, Herr A. Brauer. Montag 7-8 " 99 Mischnoh (Brochaus) Sr. Ehrw. H. Rabb. Dr. A. Deutsch. 99 7-9 " j; Gemoro (Gittin) Herr Salomon Schreiber. Dienstag 1/28 " Midrasch Echoh Sr. Ehrw. H. Rabb. Dr. J. Pollak Mtitwoch 7-8 Thillun Sr. Ehrw. H. Rabb. S. Flesch, Donnerstag 1/28 99 " Jeschaja Sr. Ehrw. H. Rabb. Dr. J. Hoffmann. " 7-9 " ” Gemoro (Gitin) Herr Salomon Schreiber. . I« j. Bei schönem Wetter finden die Verträge im rück- AMIßigUnp: wärtigen Hofe der Schiffschule statt. Eingang -II., Große Schiffgasse 6. Adas Jsroel (Schiffschule) my) II, Große Scliiffg. 8. Adas Jisroel (Schiffschule) II., Große Schiffg. 8 Gebetstunden in der Zeit vom 20. bis 27. Tamus 08. bis 25. Juli). <r Freitag, den 20. Tamus, Sabbatheingang 722 Samstag DrüD 'D Morgengebet 6l5 und 9 Uhr, Mincha 1215 Um 330 Vortrag von pib und anschließend Mincha. Sabbaih-Ausgang 825 An Wochentagen Morgengebet 5*5 u. 6 Uhr, Mincha 7 Uhr Freitag nittö D Sabbatheingang 730 Erster nn wird für das Bethaus, II , Große Schiffgas.se 8 (Schiffschule), sofort aufgenommen. Fachkundige Bewerber, die strengste religiöse Lebensführung. n^Chweiseh können und nur in orthodoxen Bethäusern gewirkt haben, wollen ihr Gesuch.-überreichen. Gehall'. _ - nach Übereinkommen.. - Wien, am'15. Thamus 5679. BraulanssiatlungsbeltFa Am 15. Ab d. J. wird vom Vorstande der Adas Jisroe ein Brautausstattungsbeltrag von K 1000*— verliehen. Berücksichtigt werden Mädchen aus religiösen jüdischen Familien, die sich im Brautstande befinden und deren Bräutigam eine religiöse Lebensführung nachweisen kann. Gesuche sind an den gefertigten Vorstand bis zum 7. Ab zu überreichen. Wien, am 8. Thamus 5679. Der Vorstand der Adas Jisroel. Der Vorstand der Adas Jisroel. Sekretär (religiöser Jude), womöglich mit akademischer Bildung, der in den Fragen des öffentlichen jüdischen Lebens orientiert ist oder wenigstens sich rasch zu orientieren vermag, wird von einer angesehenen Körperschaft ger sucht. Lebensstellung. Gehalt nach Übereinkommen. Anträge unter der Chiffre -„Sekretär“ an die Redaktion des Blattes. Eigentum einer Sozietät — Herausgeber u. verantwortl. Redakteur: Jonas Kreppet Druck: „Adria“, Wien, 11. Taborstraße 52B