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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1931-01-01 · XXII = 1931/32 (1931-1932) · page 135

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXII = 1931/32 (1931-1932)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 135)
Language
German
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110 zwingen, und wir stehen voll Bewunderung vor der Standhaftigkeit der beiden Männer, die lieber alle Qualen erduldeten, als daß sie einen Mord eingestanden, an dem sie nicht beteiligt waren und der überhaupt nicht geschehen war. Schließlich freilich erlahmte auch ihre Kraft. Nach Abschluß der Liste gestanden die Beiden bei nochmaligem Verhör am 16. April, was man von ihnen wünschte. Es hätte sein können, daß sie nunmehr ohne neue Folter, aber aus Furcht vor dieser sich zum Verbrechen bekannten. Es war nicht der Fall. Von Schwarz Eberlen sagt die Darstellung des Bats, daß er am 20. April ohne Marter sein früheres Geständnis bestätigte, und wir folgerten bereits hieraus mit Becht, daß bei ihm am 16. April die Folter in Wirksamkeit trat. Auch Abraham von Kitzingen wurde von neuem gemartert Wir erfahren dies dadurch, daß er gefoltert einige Worte rief, die der Schreiber nicht verstand und darum aufzeichnete: ״Der bnant Jud schray an der marter Adonay huh heloym“.1) Wie ein Blitz erleuchtet dieser hebräische Aufschrei das Dunkel der Tragödie. Zur selben Stunde, da Abraham den ungeheuerlichen Vorgang bekannte, daß alle Anwesenden das Kind marterten, der Rabbiner Israel von Brünn2)! währenddessen das Kind auf dem Schoß hielt und er, Abraham, das Kind beschnitt, um dann fortzugehen, weil er als Angehöriger des Stammes Aron nicht länger bleiben durfte(!), aber später eine Nußschale voll von dem Blute des gemordeten Kindes erhielt, ertönte aus Herzenstiefe und Not des Gefolterten als protestierendes und erschütterndes Bekenntnis jüdischer Unschuld der Buf, in dem sich die jüdische Gemeinde am Schlüsse ihres heiligsten Festes, des Versöhnungstages, in Frömmigkeit vereinigt: ״ ה, הוא אלקיםDer Ewige ist Gott!“ Ähnliehe Ausrufe wie Schema Jisroel oder sonstige Angst- und Schmerzensschreie werden auch bei den anderen Gefolterten vorgekommen sein. Es wäre ja unmenschlich gewesen, wenn die Gequälten ihre Not stumm ertragen hätten. Doch wird nur der eine Buf überliefert. Dem wiederholten Seilaufzug ging bei Abraham von Kitzingen und Schwarz Eberlein eine andere Marter voraus. Sie saßen im ף S. 85 Anm. 5. 2) Er lebte damals garnicht mehr in Regensburg!

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