Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 125)
- Language
- German
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100 Osternfest ist ebenso völlig unschuldig. Es würde des Christentums würdig sein zu verhindern, daß man gegen andere die gehässige Lüge ausbeutet, unter der es selber so ungerecht gelitten hat. Daß Wolfgang so genaue Angaben über einzelne Regensburger Juden macht, darf nicht überraschen. Er war dort Knecht bei dem Fleischhacker Samuel Kalbskopf (Schmoel Fleischmann) gewesen*) und kannte die Regensburger Juden mit Namen. Unwesentlich ist, daß Wolfgang in der zweiten Liste der Regensburger Juden wichtige Namen fortläßt und ändere vorher nicht genannte hinzufügt.* 2) Schlimmer ist, daß er den Vorsänger Jossel3) beim Morde 1467 anwesend sein läßt. Dieser Jossel starb bereits um 1464!4) Damit fällt auch das Lügengewebe vom 19. November, daß Rizard (Richard) in Brescia von seinem Stiefvater Jossel Blut aus Regensburg erhalten habe und daß damals Wolfgang mit Jossel und anderen Juden das Kind in Regensburg tötete5), zusammen. Interessant ist, daß der Podestä selber den Bericht über die Unterhaltung Wolfgangs mit Rizard betreffs Regensburgs und Paduas für erlogen hielt.6) Was alles in Trient über Ritualmorde zusammengelogen wurde, mag zur Wertung der Wolfgangschen Erzählung an der Aussage eines anderen Täuflings Johannes von Feltre gezeigt werden. Von ihm bezogen die Trientiner Prozeßführer ihre Kenntnisse über den Blutritus, die sie dann mit Hilfe der Folter bei den Gefangenen verwerteten. Wir lassen am besten die Akten zum 27. März 1475 selber sprechen: ף S. 44, 51. 2) Siehe S. 50 Anm. 5, wo Nyym oder Hirsch zu streichen ist. Es fehlt auch Samuel Kalbskopf. Gozzel Choz (S. 48 unten) und Gotz (S. 51, deutsch: Goß) sind mit Gotschalk S. 48 identisch. Hottlar statt Nottlar oder Notier (Nadler?) ist wohl auf das Schuldkonto des Trientiner Schreibers zu setzen. *) Gozel Fursinger, Jossel Vorsinger: S. 48, 50—51. 4) S. 73. Die in der ersten und zweiten Liste von Wolf gang genannten Namen hat ein Regensburger Schreiber nach der deutschen Übersetzung 1476 zusammengesteUt. Bei Symon Notier ist ״von Wurmß“ hinzugefügt, bei Jossel Vorsinger ״obit“ [!], bei Naym oder Hirsch ״der Pluemlen aiden“. Eberlen Sußkind ist als Eine Person aufgeführt. Goß fehlt, dafür Ist der Name mit dem . Folgenden zusammengezogen: Groß [!] David des Abrahams bruder. Hinzugekommen sind: Vsack von Stain mit der Überschrift ״zw den Straubinger* und Ansei Jud. Ersterer ist maister Ysack des Straubingers aiden; S. 62, ף S. 54—55. «) S. 56.