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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1931-01-01 · XXII = 1931/32 (1931-1932) · page 51

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXII = 1931/32 (1931-1932)
Date
1931-01-01
Page
– (sequence 51)
Language
German
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26 hohen löblichen wirdigen unser lieben frawen tag, assumpcion1) genant, nechst ergangen, zu derselben sundt mit ir zu pflegen er־ funden und also deshalb als umb wolverschult Sachen in unser fancknuß körnen“2), und bei einigen anderen ungenannten Juden, von denen der Rat schrieb: ״So ligen auch mer Cristenfrawen und Juden3) solcher getat halben bey uns in fangnus“. Interessant ist, dass die Judenschaft damals um Abwendung der Todesstrafe mit dem Hinweis bat: ״Dieß ist unsere Vertilgung. Niemand beiderlei Geschlechts, 80 alt der sey, gedenkt, daß je ein Jud hie gerichtet worden sey. Dieserwegen hat man gerne zu uns geheurathet; dieß geschieht dann nimmermehr, sollte uns öffentlich ünehre und Schmach angethan werden“4). Da sich der Erzbischof Diether von Mainz für Johel verwandte5) scheint dieser mit Ver- Weisung aus der Stadt davongekommen zu sein6). Johel hätte sich nicht nur durch ״gesacztte ordenung Judischs gelawben und rechten“ von seinem Frevel Zurückbalten lassen sollen, sondern auch durch die 12 Jahre vorher erfolgte Stadt ver- 1) 15. August. 2) Stadtbuch im HStA., Reichsst. Rgsbg., Litter. nr. 409, f. 46v—47 r, Rat zu Rgsbg. an Erzbischof Diether von Mainz 1460 Sept. 3. Johel habe deshalb große Strafe am Leib verdient. Da der Erzbischof am 11. September einwandte, das Vergehen sei nicht ״lautbar“, also nicht bewiesen, erwiderte der Rat, es sei ״gancz offenbar und daz das war sey, so hat dieselb fraw, damit er also gesundet hat und die umb das bey uns auch in fengknus ligt, solch auf ine gesagt“. *) Es ist wahrscheinlich, daß diese ungenannten Juden mit den in den art. 9—11 und 14 genannten identisch sind. 4) Gemeiner III, 332. 5) Meyer, der verstorbene Vater Johels, war Schutzjude des Vaters des Erzbischofs, des Grafen zu Büdingen: Diether von Isenburg. Die in der Grafschaft ansässigen Verwandten Johels hatten sich an den Erzbischof um Fürspräche beim Regensburger Rate gewandt. Korrespondenz zwischen Erzbischof und Rat seit 25. August 1460 im genannten Stadtbuche f. 46—49. *) Am 24. Sept. bat der Erzbischof, wenn sie den Juden nicht ungestraft lassen können, ״ine mit der straffe verlobunge uwer stat von ueh komen, ine sust mit verlegunge seines leibes und schemde nit furczunemen“. Noch am 24. Dez. saß Johel im Gefängnis. Aber schon am 5. Januar 1461 teilte der Rat dem Erzbischof mit, daß der Jude die wiederholte ״begerung“ des Erzbischofs ״vast wol genossen hat, alz wol billigen ist, und das wir ewrn gnaden zuvolge gerne getan“.

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