Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXII = 1931/32 (1931-1932)
- Date
- 1931-01-01
- Page
- – (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/3486266-3486297--8500-3494880- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
24 der Stadt Genugtuung zu leisten. — Ein Edelmann, Erasmuä Satelboger zu Lichteneck veruneinigte sich 1439 in Eegensburg mit drei Juden, denen er Geld schuldete, und schlug einen von ihnen im Wortwechsel tot. Damit die beiden anderen den Vorfall nicht anzeigen konnten, überwältigte sie Erasmus mit Hilfe seines Sohnes Martin und dreier Knechte und schloß den Toten und die beiden Lebenden in eine Truhe, um sie beiseite schaffen zu lassen. Dies wurde verhindert, die Täter entflohen. Der Kat sah den Stadt- und Bürgerfrieden verletzt und Hess die beiden Edelleute gefangen nehmen, um die wohlverdiente Todesstrafe an ihnen zu vollziehen. Erst auf Einschreiten des Königs, der beiden Herzoge Johann und Albrecht von Bayern und ihrer Gemahlinnen, der Herzogin Margarete von Bayern, der Fürstin Margarete von Cleve nebst anderen weltlichen und geistlichen Fürsten und der Stadt Augsburg sowie zahlreicher Edelleute gab die Stadt nach. Unter Bürgschaft der Verwandten und befreundeter 25 Kitter schwuren am 23. Januar 1440 Erasmus und Sohn Urfehde und verpflichteten sich, Deutschland auf zehn Jahre zu verlassen1). Ins Jahr 1439 gehört auch die Urfehde der Juden Nasse, die ich wegen der Eigenart des Vergehens hier an den Schluss setze. ״Naße Jud, die czeit gesessen zu der Myeß2), des Jacoben Juden sun, der die czeit gesessen ist zu der Haidtt 3), war in das ג) Gemeiner III, 94—98, verglichen mit der Urfehdeurkunde im Neuburger Kopialbuch 32 des HStA., f. 159, die beginnt: ״Ich Erasm Satelpoger zu Liechtenegk und ich Martein Satelpoger sein sun bekennen offenlich mit dem brief, das ich Erasm Satelpoger vorgenanter in der ersamen weisen des rats der stat Regenspurg vancknuß komen was von sollicber mortlicher, laidiger geschieht wegen, so ich furbedachtlich und frävellich in irer stat begangen, drey Juden, darinn gesessen, den ich schuldig was, zu mir besenndet und gevodert het, do disetben auf gueten trawen zu mir kamen, sy all drey gefangen, geknebelt und derselben ainen vom leben zum tod bracht, 8y all drey darnach in ain truhen verslossen und auf ainem wagen aus irer stat gefuert und umb annder ir guet auch beschäczt wolt haben unbewart und unversorgt aller Sachen, daran ich mich swärlich vergessen und mein lebtag rechtlich wol verschuldet und verworcht hiet“. Das Versprechen, Deutschland zu verlassen, wurde nicht gehalten, auch die Bürgen versagten: Gemeiner S. 114. 8) Mies in Böhmen am gleichnamigen Fluß. 8) Haid gleichfalls in Böhmen,