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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1930-01-01 · XXI. (1930) · page 302

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXI. (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 302)
Language
German
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IRI
…/3486266-3486299--8372-3494751
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m der 1861 in der Elbe ertrank und dessen Leiche bei Glückstadt gelandet und auf dem Friedhof (ohne Grabstein) bestattet wurde, während deutsche Juden noch bis in unsere Zeit auf diesem Terrain ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Der Friedhof, der im Laufe der Zeiten mehrfach erweitert wurde, ist leider nicht mehr in seiner ehemaligen Grösse völlig erhalten. Wohl nur ein Viertel ist noch vorhanden. Wie mir vom Friedhofswärter erzählt wurde, reichte der Friedhof vor ca. 30 Jahren bis in die Mitte der Strasse einerseits und bedeckte ein Terrain, das heute teilweise mit einer Wirt- Schaft bebaut worden ist. Auch war der Friedhof noch vor etwa 30 Jahren von einem Graben umgeben, den man damals ebenfalls zuwarf. Auf dem Friedhof selbst sehen wir heute nicht mehr viele Grabsteine. Die Steine von Portugiesen und deutschen Juden liegen durcheinander, was ehemals nicht der Fall gewesen ist, und sich nur dadurch erklärt, dass die betreffende Behörde, als sie den Friedhof mit dem Kaufgeld der Synagoge renovierte und gleichzeitig den Friedhof verkleinerte, die Grabsteine nach der Grösse (!) ordnen liess. Ich habe selbst feststellen können, dass viele Grabsteine noch unter der Erde liegen, und es wäre hochinteressant, diese auszugraben, um die Namen der Toten feslzustellen,ג) da noch manche Portugiesen aus Hamburg und Glückstadt, deren Grabstätten bis heute unbekannt sind, hier beerdigt sein müssen. Es wurden damals vor 3Ö Jahren nur die Steine gehoben, die auf dem Teil des Friedhofgebietes lagen, welcher später verkauft, bezw. zur Strasse umgebaut wurde, während die Grabsteine auf dem jetzigen Gebiete ungehoben blieben oder aber von den von ausserhalb gebrachten Steinen verdeckt wurden. Nun habe ich mich danach erkundigt, ob, als man um 1900 den Friedhof verkleinerte und renovierte, auch die Leichenteile ausgegraben hat und sie unter den Steinen, unter welchen sie ehemals lagen, bestattete. Doch scheint dieses nicht der Fall gewesen zu sein, da ich fest־ stellen konnte, dass einzelne grosse Steine auf einem anderen Grabstein ruhen. Es wäre daher eine dankenswerte und zugleich ehrenvolle Aufgabe für den ״Landesverband der jüd. Gemeinden Schleswig-Holsteins und der Hansestädte“, wenn es ihm glücken *) Es dürften dieses vielleicht 45 alte portugiesische Grabsteiae von ca. 1620—60 sein.

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