Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXI. (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 301)
- Language
- German
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m und polnische Juden.1) Diese wurden von den Behörden naturgemäss nicht gern gesehen, da sie nicht über die reichlichen Mittel und umfangreichen Geschäftsbeziehungen der Portugiesen verfügten weshalb ihnen auch nicht, wie den Portugiesen, Sitze im Rat der Stadt eingeräumt wurden. Bereits 1732 wohnen keine der alten portugiesischen Familien mehr dauernd in Glückstadt, während sich dort noch einzelne Personen zeitweilig aufhielten. Deshalb wurden auch 1732 die alten Privilegien für Portugiesen aufgehoben. 1782 erklärt der Glückstädter Magistrat die alte Synagoge für baufällig, und da die Hamburger Portugiesische Gemeinde als Inhaberin nicht gewillt war, ein neues Gotteshaus zu erbauen, wurde die Synagoge 1785 in öffentlicher Auktion verkauft. Ungefähr 110 Jahre später, im Jahre 1895 wurde die 1768 erbaute Synagoge der deutsch-jüdischen Gemeinde für 300 Mark zum Abbruch verkauft und der Kaufpreis zur Instandsetzung des alten jüdischen Friedhofes verwendet, da dieser sowohl für Portugiesen als auch für deutsche Juden benutzt worden war. Was heute noch von religiösen Einrichtungen in Glückstadt existiert, ist nur der Friedhof. Dieser, der ursprünglich den portugiesischen Juden gehörte, war durch sie wahrscheinlich vor 1624 gekauft worden, da der älteste heute sichtbare Stein aus diesem Jahre datiert ist, das genaue Datum des Ankaufes liess sich noch nicht ermitteln. Der letzte Portugiese, der in Glückstadt zur ewigen Ruhe bestattet wurde, war ein Elias Meldola (Sohn des David de Eljasib M.), *) Die Hamburger Portugiesisch־Jüdische Gemeinde als Besitzerin des Friedhofes musste 1711—12 dem dänischen König (vertragswidrig) jährlich 100 Reichstaler Steuern entrichten, und da sie diesen Betrag nicht zahlen wollte, wandte sie sich an die portugiesische Gemeinde in Amsterdam mit der Bitte, ihre einflussreichen Mitglieder zu veranlassen, den dänischen König zur Zurücknahme dieser unrechtmässigen Steuer zu bewegen. Einem dieser (portugiesisch abgefassten) Briefe vom 17. Sivan 5472 entnehme ich die folgenden Zeilen: ״.und der Fall von Gluquestate scheint uns., weil sich die Gemeinde noch in portugiesischem Besitz befindet und alle Zeremonien wie sie bei uns üblich sind, durch einen portugiesischen Hazan und Samas ausgeübt werden, mit grossartigen Privilegien ausgestattet, weil dieses der Grund ist (die Steuer) zu erhöhen, denn es könnte niemals richtig sein, diese Privilegien zu verlieren, weil doch die Synagoge (vorhanden ist) zwischen Häusern liegt, welche zu demselben Zwecke dienen, wie auch der Friedhof und eine daneben gelegene Parzelle Landes.“