Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXI. (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 145)
- Language
- German
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139 von Frömmigkeit und Kenntnis der Tora durchdrungen waren. So linden wir Esra zu Füssen seines greisen Meisters Barnch, des Sohnes des Nerija. Baruch, der noch Schüler des Propheten Jirmijahu gewesen,17) war zu alt, um sich dem Zuge Serubabels anschliessen zu können. Er hätte nicht einmal auf einer Sänfte die beschwerliche Reise antreten können und verbrachte deshalb die letzten Jahre seines Lebens in Babylon.18) Auch Esra blieb dort zurück, um noch weiter aus dem Geistesquell dieses Gelehrten zu schöpfen. 19) Solange Baruch am Leben war, verliess ihn Esra nicht, für den Vervollkommnung des Wissens und Stählung des Charakters Voraussetzung für sein späteres Wirken und deshalb im Augenblick wichtiger als der Bau des Heiligtums war.20) Das Verbleiben Esras in Babylonien muss im Interesse der Einheit des Heiligtums als ein Glück bezeichnet werden. Denn wäre er unter Serubabel mitgezogen, so wäre ihm das Amt des 17) s. Jirmijaku 36,4 ff. und 43. Kap, 18) Schir r. 5,5:.. ♦ (ד״ה קמתי:! דניאל וסייעתו וחבורתו עלו באותה שעה עזרא וסיעתו וחבורתו לא על1 באותה שעה. ולמה לא עלו באותה שעה עזרא שהיה צריך לברר תלמודו לפני ברוך בן נריח. ויעלה ברוך בן נדיר" אלא אמרי ברוך בן נריח ״ ♦אדם גדול וישיש היה ואפילו בגלקטיקא לא היה יכול להטעןDaniel, seine Leute und seine Umgebung zogen damals [als Koresch ihnen die Erlaubnis erteilte] nach Palästina.... Esra, seine Leute und seine Umgebung dagegen zogen damals nickt mit. Und warum zog Esra damals nicht mit? Weil er sein Forschen vor Baruch b. Nerija durchfuhren wollte. Es hätte doch auch Baruch b. Nerija hinaufziehen können! Aber es heisst: Baruch b. Nerija war zwar ein bedeutender Mann, er war aber zu gebrechlich, und selbst auf einem Wagen hätte er nicht mitgeführt werden können. (גלקטיקא (נלוגדקא eine Reduplikationsbildung aus lectica Xzxiixm Tragsessel, Sänfte. 19) Der in N 12,1 erwähnte עזרא ist mit diesem Esra nicht identisch. 20) M e g i 11 a 16 b:אמר רב ואיתימא רב שמואל בר מרתא בדול תלמוד תורה יותר ״ ♦מבנין בית המקדש שבל זמן שברוך בן נדיר. קיים לא הניחו עזרא ועלהEs sprach Rab, nach anderen R. Schmuei b. Malta: Grösser ist das Studium der Tora als der Bau des Heiligtums. Denn solange Baruch b. Nerija lebte, verliess ihn Esra nicht und zog nicht mit“. — Ebenso in Jälkut II, 1059, nur wird dort statt Schmuei b. M. Jizchak b. M. zitiert. — Ad. Rosenzweig, Das Jahrhundert... S. 83 hält die Lesart in Megilla für corrumpiert und liest לא הניחו לעזרא לעלות er [Baruch] liess Esra nieht hinaufziehen. Hierzu liegt jedoch kein Anlass vor, zumal derartige Satz־ konstruktionen wie die vorliegende in der hebräischen Grammatik nieht selten sind und die vorgeschlagene Änderung den Sinn nur entstellt.