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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1930-01-01 · XXI. (1930) · page 140

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXI. (1930)
Date
1930-01-01
Page
– (sequence 140)
Language
German
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Vorwort. Die vorliegende Arbeit gibt eine Darstellung Esras, des Schriftgelehrten, nach Talmud und Midrasch. Es wird versucht, an Hand des gesamten Materials aus dem rabbinischen Schrifttum Esras Leben, seine Zeit, seine politische und religiöse Wirksamkeit zu schildern. Es gibt zwar darüber schon eine Fülle von Literatur. Jedoch stützt sich dieselbe hauptsächlich auf die Ergebnisse historischer Forschungen und lässt die Angaben der talmudischen Tradition teils unberücksichtigt, teils werden sie im Lichte der historischen Kritik gewertet. Der Zweck unserer Arbeit ist nun, ohne Berücksichtigung anderweitiger Forschungen ein Bild von Esras Tätigkeit zu geben, wie sich diese auf Grund der alten jüdischen Tradition darstellt. Deshalb mussten wir uns nur auf solche Angaben beschränken, die sich durch einen Hinweis in der Bibel oder einen Ausspruch im Talmud belegen lassen und auch auf jegliche Vermutung und überhaupt alle nicht im traditionellen Schrifttum verankerten historischen Angaben verzichten. Um dem Leser einen raschen Überblick zu ermöglichen, wird die Darstellung in fortlaufender Erzählung gegeben, während die Belege, Anmerkungen und Verweise in den Fussnoten zu finden sind. Herangezogen sind hauptsächlich Bibel, Jerusalemitischer und Babylonischer Talmud, Tosefta und Mischna, das Geschichtswerk Seder Olam, Midrasch rabba und Jalkut Schim’oni. Eine Wertung der einzelnen talmudischen Angaben oder der Beweis ihrer Richtigkeit erübrigt sich für die vorliegende Arbeit, die keine kritische Behandlung des talmudischen Materials, sondern eine Darstellung Esras nach Anschauung des Talmuds geben soll. Aus diesem Grunde haben wir auch auf jegliche Auseinandersetzung mit abweichenden Forschungen verzichten müssen. So ergeben sich beispielshalber nach der allgemeinen geschichtlichen Auffassung ganz andere chronologische Daten als nach den Angaben des Talmuds. Auch bei der Frage der Entstehung der assyrischen Quadratschrift weichen die Vermutungen der neueren Forschungen von den im Talmud enthaltenen Thesen ab. Jedoch wird jeweils kurz darauf hingewiesen, worin und weshalb sich Abweichungen finden und in den Fussnoten oder den Exkursen die sonst aufgestellten Thesen und Literatur angegeben. Bei den von Esra ge-

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