Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXI. (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 34)
- Language
- German
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Länder Gemeindebücher und Pinkasim aus dieser Zeit ebenso wie in Hamburg erhalten wären, dann würde auch in ihnen der Name des ״legatus terrae sanctae“ Nathan Spira als Empfänger einer Gabe verzeichnet stehen. Er ist Verfasser des kabbalistischen טוב הארץ (gedruckt Venedig 1655), so wie mehrerer handschriftlich hinterlassener Werke. Nathan Spira konnte auf eine edle Herkunft zurückschauen — er stammte ja aus der Familie Spira/Speyer, einer berühmten Rabbiner- und Gelehrtenfamilie. Er selbst wurde ausserdem dadurch in der rabbinischen Welt bekannt, dass er — auf die Erlaubnis von 100 Rabbinen hin — eine zweite Frau neben seiner ersten heiratete — als aschkenasischer Jude in Jerusalem, wo er mit seinen zwei Frauen wohnte.1) Verstorben ist er auf einer seiner Reisen, in Reggio, 1662.2) Nach diesem gelehrten Sendboten der Aschkenasim erschien am 9. Tamus 5416/1656 wieder ein aschkenasischer Gelehrter und Rabbiner, Isaak Feiseh3) Aschkenasi, Sendbote aus Jerusalem ד יצחק פאיש אשכנזי vor dem Kollegium der Vorsteher. ״Er legt seine Briefe vor und berichtet über die Notlage in jener heiligen Stadt. Beschlossen, ihm in Venedig 100 Dukaten banko anzuweisen und ihm als Reisegeld 6 Rt. zu bewilligen .... Der Sendbote aus Jerusalem bat um Erhöhung der ihm bewilligten 100 Dukaten“. Das geschah am 17. Tamus. ״ Beschlossen, ihm bis zu 150 geben zu lassen und diese [mehr bewilligten] 50 dem für Terra santa vorhandenen Gelde zu entnehmen; der Rest hiervon soll ebenfalls nach Venedig an Samuel Aboab gesandt werden, welcher ihn nach seinem Ermessen zum Besten von ganz Palästina verteilen möge.“4) l) Über den berühmten Nathan Spira aus Krakau, (der nicht mit dem 1633 verstorbenen Kabbalisten Nathan Spira, gleichfalls aus Krakau, zu verwechseln ist, über letzteren s. M. Balaban, Gesch. d. Jud. in Krakau I (poln.), im Register) den Sendboten aus Jerusalem s. b. Frumkin-Riwlin a. a. O. S. 39— 41 ausführlich; sowie Graetz, Gesch. d. Jud., X, 80 und Anm. 1 das.; auch erwähnt bei Dubnow a. a. 0. VII, S. 497 Anm. 1 u. bei M. Grunwald a. a. 0. S. 24. Einen ähnl. Doppelehefall s. b. Frumkin-Riwlin, S. 31, Nr. 8. *) Steinschneider a. a. 0. Sp. 2050, 6644. s) Feisch ist wahrscheinlich nur eine Kurzform von Feibisch-Pboebus, der ein Übersetzungsname zu Uri-Schraga ist. (Ein sephardischer Name J. Aboab Pay (Pays) s. C IV, S. 338; VI, 43). 4) C II, S. 177 u. 178.