Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXI. (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
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Die frühesten Beziehungen der Juden Hamburgs zu Palästina. Von Bernhard Brilling• Die Verbundenheit der Juden mit ihrem Heimatlande, mit Erez Israel, hat zu keiner Zeit der jüdischen Galutbgeschichte aufgehört. Wo es Juden und wo es jüdische Gemeinden gab, pflegten sie einen Teil ihrer Einnahmen auch den Jaden, die noch — zwar in geringer Zahl — in Palästina lebten, zukommen zu lassen. In Palästina hatte nach der Eroberung durch die Seldschuken, nachdem die christliche Herrschaft endgültig (1291 mit der Eroberung Akkos) aus dem Bereich Vorderasiens gewichen war, wieder eine zahlenmässig geringe Einwanderung (man könnte auch sagen Rückwanderung) von Juden eingesetzt — kein Wunder bei den sich immer weiter verschlechternden Verhältnissen der Juden des christlichen Abendlandes. Nach der endgültigen Vertreibung der Mohammedaner vom Boden der Pyrenäen-Halbinsel (1492) setzte auch die dortige Juden Vertreibung ein, die grosse Massen sephardischer Juden über die Welt zerstreute. Ein Teil von ihnen wandte sich nach den ״Generalstaaten“, ein anderer nach dem ״fernen Osten“, nach der toleranten europäischen und asiatischen Türkei und seit seiner Eroberung durch die Osmanen (1516) auch nach Palästina, das Sultan Selim I. sich unterwarf. Wie dieser ״Zug nach dem Osten“ sogar christlichen Beobachtern auf fiel, beweist die Notiz, die der Fuggerbeamte Hans Dernschwam in seinem ״Tagebuch einer Reise nach Konstantinopel und Kleinasien“, die 1553 —55 unternommen wurde, niedergeschrieben hat:1) ״Und welche Juden *) Studien zur Fuggergeschichte, 7. H., hersg. v. F. Babiuger, München und Leipzig 1923, S. 107. 2*