Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XXI. (1930)
- Date
- 1930-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Vi J. Lebermann זצ׳ל, langjähriger Lehrer der Israelitischen Religionsgesellschaft zu Darmstadt, gehörte zu den begnadeten Männern, die das Licht ihres Wissens weit über die engen Grenzen ihres Wirkungskreises hinausschicken durften, wovon wir in der Jüdisch'Literarischen Gesellschaft am meisten profitierten. Sein Forschungsgebiet war die nahe Geschichte seiner hessischen Heimat. Schon im Band XI unserer Jahrbücher machte eine Arbeit Lebermanns aus der Geschichte der Juden in Hessen am Anfang des 19. Jahrhunderts einiges Aufsehen. Ihr folgte im Band XVIII eine Studie über die jüdischen Schul- und Lehrer- Verhältnisse in Hessen. Im vorletzten Bande (XX) verabschiedete er sich von uns mit einer umfangreichen Arbeit, die unter dem Titel ״Das Darmstädter Landrabbinat" auch separat in Buchform erschienen ist und gröfete Aufmerksamkeit in Gelehrtenwie an der Geschichte der hessischen Juden interessierten Laienkreise erweckt hat. Alle Hauptereignisse aus dem Kulturkampf des vorigen Jahrhunderts auch jenseits der hessischen Landesgrenze, nicht zuletzt in Frankfurt, ziehen an unserem Auge in dieser Abhandlung in ihren historischen Zusammenhängen vorüber. Wir sehen und bewundern hier Lebermann nicht nur als Kenner der Geschichte, sondern auch als Mann, der die Daten der Geschichte und die Zeichen der Zeit zu deuten weih. Lebermann selbst wird in die Geschichte seiner Heimat eingehen. Der spätere Chronist der Verhältnisse in Hessen und in Darmstadt, besonders auf dem Gebiete der jüdischen Schule, wird an diesem Lehrer von Beruf und Berufung nicht vorübergehen können. So wollen auch wir ihm in unseren Jahrbüchern ein Denkmal setzen, einen Denkstein der Liebe und Dankbarkeit. Was er uns aus der Vergangenheit geboten hat, bleibt Geist von unserem Geiste und wird seine Früchte tragen für Gegenwart und Zukunft.