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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1929-01-01 · XXi (1929) · page 454

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXi (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 454)
Language
German
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IRI
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382 der Haggada dagegen iiberwiegen Frauengestalten und Tierbilder in einer dem Juden wesensfremden Darstellung. Sollte, wie Prof. Mayer meint, ein Jude der Illustrator sein, so muss man den Einfluss der christlichen Umgebung sehr hoch anschlagen. Die Handschrift ist nach Freimanns Feststellungen in der ersten Hälfte des 14. Jahrh. in Heidelberg von Israel ben ß. Meir geschrieben, in monumentaler Quadratschrift als Zierschrift mit dem für die deutschen Schreiber dieser Zeit typischen nach links geneigten Ductus. Der Schreiber des Textes ist wohl auch der Schreiber des am äusseren und unteren Rande geschriebenen Kommentars. Prof. Mayer reiht auch mit Rücksicht auf die schon erwähnte Wahl der Bilder und ihr Verhältnis zum Text unsere Handschrift zwischen die älteren spanischen und späteren deutschen ein. Er hält sie für die vornehmste und repräsentativste aller frühen nordischen Haggada’s. Die Bilder sind, wie stets bei solchen Werken, später hinzugefügt, dafür spricht der Umstand, dass einzelne ganze und halbe Seiten, zur Aufnahme von Miniaturen bestimmt, leerblieben, dass einzelne Miniaturen nicht ganz ausgeführt erscheinen. Die Miniaturen dürften erst Ende des 14. Jahrh., vielleicht gar im zweiten Jahrzehnt des 15. Jahrh. hinzugefügt worden sein und zwar von zwei oder drei Künstlern, deren einer die Initialen in feiner Charakteristik, aber ohne Perspektiven, der andere vornehmlich die Umrahmungen in derberer und nachlässigerer Weise gearbeitet hat. Die interessanteste Abhandlung des Buches ist vom jüdisch geschichtlichen Standpunkte die Untersuchung Italieners über den Ritus der Handschrift, ihre Stellung zu den bekanntesten Haggadahmanuscripten hinsichtlich des Ritus, also dem alten französischen, dem nordfranzösischen, dem italienischen, dem spanischen, dem deutschen und englischen Ritus. Die Handschrift ist, wie aus der Schreibweise deutscher Worte im Kommentar hervorgeht, in der Rheingegend geschrieben, gehört unstreitig dem deutschen Ritus an, obwohl sie sich wesentlich von dem Ritus anderer deutscher Haggadas unterscheidet; doch ist an zahlreichen Beispielen, die Italiener bringt, ersichtlich, dass die einzelnen Riten nicht so scharf gegen einander abgegrenzt waren. Neben Verschiedenheiten in den Riten der Handschriften eines Landes, gibt es überraschende Übereinstimmungen zwischen den Handschriften verschiedener

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