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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1929-01-01 · XXi (1929) · page 331

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XXi (1929)
Date
1929-01-01
Page
– (sequence 331)
Language
German
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IRI
…/3486266-3486301--7945-3494323
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258 1835 hören wir von einem jüdischen Matrosen Simon Meier Lewin, der auf dem Segelschiff ״Africa“ nach achtmonatlicher Reise in Kapstadt landete. Er liess sich in Südafrika nieder und begann Handel zu treiben. Ob er in Kapstadt verblieb, vermag ich nicht zu sagen 1). II. Die jüdische Gemeinde in Kapstadt. Als Gründungstag der Gemeinde wird in den Satzungen der 9. Tischri des Jahres 5602 genannt. Vor diesem Datum war keine feste Gemeindeorgauisation vorhanden. Es bestand nur ein Verein (vielleicht eine Chewrah?), dessen Mitglieder sich an verschiedenen Orten zum Gottesdienst versammelten. Der Name, den sich die junge Gemeinde zugelegt hatte, war und ist bis auf den heutigen Tag geblieben תקרת ישראל (Hoffnung Israels), in Anlehnung an das Kap der guten Hoffnung, in dessen Bereich sie ihren Sitz hat. ״Sie (die Gemeinde) hat die Erwartungen erfüllt, die in sie von denen gesetzt wurden, die sie im uralten jüdischen Geiste, dem Geiste der Hingabe an die Rasse und Religion Israels, gegründet haben“. In den Anfangsjahren wurde die Gemeinde nicht nur von den Juden Kapstadts, sondern auch von denen ganz Südafrikas unterstützt, wie ja auch Rabbinowitz (s. unten) nicht nur als Seelsorger für die ״Muttergemeinde“, sondern auch als solcher für die zerstreuten jüdischen Familien in den Küstenstädten und im Innern der Kapkolonie und des Oranjefreistaates tätig war. Zu den ältesten Gönnern der Gemeinde gehörte Sir Moses Montefiore und ein gewisser J. Foligno in London. Die Leitung der Gemeinde lag bei fünf Ältesten, die in religiösen Angelegenheiten das Wort führten. Jede Sitzung des Vor- Standes begann und endete viele Jahre mit dem Hersagen der Abendgebete durch eines der Vorstandsmitglieder. Die Gottesdienste wurden nicht nur von den Juden Kapstadts, sondern auch von denen in anderen Teilen des Landes besucht. Die ältesten Gemeindestatuten, die in englischer Sprache abgefasst waren, sind in acht Sektionen eingeteilt. In kurzem sei *) Hoffman a. a. O. Das. die falsche Behauptung, dass L. der erste Jude war, der Südafrika betrat.

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