Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 303)
- Language
- German
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267 der Frauen für unangebracht. Daher trat die Kenntnis des Schrift• tums bei ihnen stark zurück, man bildete nur das Gemüt durch Lektüre von Moralschriften und suchte den häuslichen Sinn zu wecken. Im Gegensatz zum Unterricht der Knaben, der meistens von Privatlehrern oder im Cheder erteilt wurde, lag der der Mädchen in der Hand der Eltern, hauptsächlich in der der Mutter. Wenn wir gelegentlich eine Bemerkung finden, aus der hervorzugehen scheint, dass Frauen häufig deutsch lesen konnten, (Güdemann, Quellenschriften S. 131), so ist darunter nur die jüdischdeutsche Schrift zu verstehen; auch anderweitig wird sie im Gegensatz zur hebräischen einfach ״deutsch‘4 genannt (Goldschmidt, Gesch. der Talmud-Tora-Realschule in Hamburg, S. 18). Auch der Name ״Weiberdeutsch44 für dieses Idiom (Strasburger, S. 177) ist in diesem Zusammenhang zu nennen. In Hamburg kam es schon früh vor, dass Mädchen in christliche Schulen geschickt werden (Haarbleicher, 2 Epochen..,. S. 37). In der dortigen Portugiesengemeinde wird 1432 auch eine Mädchenschule erwähnt, an der eine Witwe unterrichtete (Grunwald, Portugiesengräber auf deutscher Erde, S. 20). Vgl. auch das. S. 21.