Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 251)
- Language
- German
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215 betreffenden Aktenstücken sich in der Zentrale der österreichiseheh Zisterzienserklöster, dem Stifte Heiligenkreuz bei Baden, befindet. Und dort, in Heiligenkreuz, ist es mir denn auch dank dem Entgegenkommen des Subpriors und Archivars P. Friedrich Hlawatsch gelungen, den umfangreichen Akt zu erhalten, dem die folgenden, — hier daraus zum erstenmale veröffentlichten — wesentliebsten Partien entstammen. Bei aller Knappheit und namentlich bei dem Mangel an Namen der beteiligten Juden, deren Kenntnis für die jüdische Geschichtsforschung von hohem Werte wäre, ist dieser Akt doch unschätzbar als lebhafter Bericht eines unparteiischen nichtjüdischen Augenzeugen. Er bezeugt urkundlich den Aufenthalt einer jüdischen Gemeinschaft mit Rabbiner und Judenlichter (Vorsteher) in diesem geistlichen Dorfgebiete für das Jahr 1678, lässt aber auch vermuten, dass diese Juden von Mönchhof aus Wien stammten und nach ihrer Vertreibung (1670) und vielleicht nach mannigfachen Wanderzügen ohne Zustimmung der Obrigkeiten von den Mönchen in ihrem Gebiete geduldet wurden. So mochte denn auch dem Abte von Heiligenkreuz, nachdem durch die im Folgenden erwähnte Plünderung des Judenhofs die Aufmerksamkeit der Zentralstellen in Wien auf diese ausgeplünderten Juden von Mönchhof sich richtete, nahegelegt worden sein, dass er die Juden zu halten nicht berechtigt sei. Sonst wäre in dieser ״Abschaffung zur Verhütung vieler Ungelegenheiten“ allzuviel Hohn gelegen, da damit die Juden zum Schaden noch den Spott erfahren hätten. Man zeigt auf dem Wege von Mönchhof nach Frauenkirchen noch jetzt den Hügel, auf dem die Juden unterwegs einen Sabbath verbracht hätten. In einem der hier auszugsweise wiedergegebenen Schreiben der Mönchhofer Juden wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass sie der Graf Esterhazy in dem ihm gehörigen Frauenkirchen aufzunehmen bereit sei. Weitergehende Schlüsse ans dem Schreiben des P. Ferdinand auf die Vermögensverhältuisse der Mönchhofer Juden zu ziehen, wäre wohl gewagt, und für die Kenntnis ihrer Beschäftigung bietet nur die Erwähnung des Rranntweinbrenners einen Anhalt. P. Ferdinand Ballez, Verwalter von Mönchhof, an den ihm Vorgesetzten P. Maurus, Verwalter zu Königshoff (an der Leitha): ״Salutem et obsequia mea fratema R. P.