Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 250)
- Language
- German
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Bittet um die allergnädigste Bewilligung: unter der tollerirten Judenschaft in Wien eine milde Sammlung veranstalten zu dürfen. 1798. Zufolge höchsten Hofbescheides vom 3. und Empfl. 8. dieses wird die Bewilligung zu Vornehmung durch die Vertreter der hier tolerierten Judenschaft einer Sammlung milder Beiträge unter die hiesige tolerierte Judenschaft hiermit ertheilt, wozu dann unter einem der Auftrag an die Vertreter derselben ergehet. Ex cons. reg. imper. Austriae Wien, am 14. Aug. 798. V. Die Gründung der Gemeinde Frauenkirchen. Über die Entstehung der Gemeinde Frauenkirchen war bisher so gut wie nichts bekannt. Ein Gemeindearchiv gibt es dort nicht, und der Friedhof weist bis auf einige ganz verwitterte Inschriften, auf denen noch die Bezeichnung ממגורשי איסטוייך festgestellt werden kann, nur jüngere Inschriften auf, während die älteren Gräber samt ihren Denksteinen zum grössten Teil unter einer neu aufgeschütteten Erdschicht liegen. Sonstige jüdische Quellen berichten bestenfalls die Namen mehrerer Babbiner dieser Gemeinde. Nur mündlich hat sich die Überlieferung erhalten, dass die Vorfahren der heutigen Frauenkirchner Juden aus dem benachbarten Orte Mönchhof vertrieben und in Frauenkirchen aufgenommen worden seien, und dieser Überlieferung verdanken wir es, dass etwas Licht in das Dunkel der Geschichte der Gemeinde Frauenkirchen kommt. Mönchhof ist ungefähr zwei Stunden nördlich von Frauenkirchen, nahe dem Neusiedlersee gelegen. Der Ort ist aus einer von den Zisterziensern seit dem 13. Jahrh. in zäher Entsumpfungsarbeit dem See abgerungeneu uud sanierten, ursprünglich klösterlichen Kolonie entstanden.. ln diesem Dorfe gibt es zwar keinerlei Urkünden, die auf die Anwesenheit von Juden deuten, und nur der weitläufige Hof, in dem die Juden gewohnt hatten, besteht noch. In dem stattlichen Gebäude aber, das die den Ort beherrschende Kirche flankiert, erfahren wir von dem Geistlichen, der Verwaltung und Seelsorge zugleich besorgt, dass das Archiv mit den die Juden