Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 119)
- Language
- German
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83 Artikel Nr. 7: Ton 4er ״Judenfcergalpe“. Für den Namen der ״Judenbergalpe“ am Gaisberg zn Salzbürg1) konnte bisher kein älterer urkundlicher Beleg erbracht werden als einer aus der Zeit zwischen 1807 und 1821,2) weshalb gezweifelt werden musste, ob es sich um einen Zusammenhang mit der einstigen salzburgischen Judenheit handelt. Zwei nunmehr Vorgefundene bedeutend ältere Nachweise des Judenberges, darunter einer sogar aus der Zeit der alten Judenansässigkeit in Salzburg, sind geeignet, den Zweifel einigermassen aufzuheben: In einem sogenannten ״Verlachbriefe der Oberwaldmeistherei“ vom 8. Dezember 1624 wird ״um den Holzbesuch am Walde Kalchofen amGaisberg die Strasse an Judenberg46 erwähnt.3) Desgleichen kommt auch der Name in einer Pergamenturkunde aus dem Jahre 14424) vor. Nach derselben einigt sich nämlich ״Chnnrad Tannhäuser und sein Hawsfrau“ am ״Erichtage nach dem heiligen Pfingsttage“ (5. Juni) des genannten Jahres mit ״Jacoben von der Tann an dem obern Judenperg gesessn mit seiner Hawsfrau und mit allen iren erben und nachkommen wegen ihrer Baurechte und Herrengnad auf das Gut genannt an der Tann am obern Judenperg bey Glaser ambt (Amt) und bey glaneckger (Glanecker) gerieht gelegen.66 Sonach war der Judenberg schon um die Mitte des 15. Jahrhunderts im Volksmunde bekannt und grundbuchlich im Gebrauch lind aller Wahrscheinlichkeit nach mit der Judenheit in Zusammenhang. Welcher Art und aus welchem Grunde blieb noch unfest־ stellbar. l) Siehe Bd. I 183. י) ebenda. *) Stadtratssachen, Stadtarchiv im städt. Museum zu Salzburg. *) Orig. Pergamenturk. mit anhäng. Wachssiegel im Kegierungsarchrr Salzburg. 6*