Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 118)
- Language
- German
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82 im Jahre 1349, anlässlich des schwarzen Todes, zu vielseitigen zeitüblichen jüdischen Verewigungen der Ereignisse, nämlich zu Eintragungen in den synagogalen Memorbüchern geführt. Zu der im I. Bande1) nachgewiesenen Erwähnung der Salzburger Märtyrer in den Memorbüchern von Pfersee, Fürth und anderen schwäbischen Gemeinden kommen noch hinzu: Das Memorbuch der Alt-Nürnberger Gemeinde mit der Erwähnung der Märtyrer von Salzburg im Jahre 1349,2) das Memorbuch zu Trier, die alten Memorbücher von Metz3) und Deutz,4) die ebenfalls die Salzburger Glaubenshelden von 1349, das letztere auch die von Mühldorf und Laufen anführen, ausserdem * auch noch ein im 14. Jahrhundert geschriebenes jüdisches Gebetbuch,5) das ebenfalls die Salzburger Märtyrer als Eintragung aufweist, und andere. Sehr wertvoll und interessant ist die bei Erwähnung der Salzburger Blutzeugen im Nürnberger Memorbuch ausdrückliche Nennung einer Frau mit Namen, u. z. ״ מרת חנה השרופה מלצפורקFrau Hanna, die in Salzburg verbrannt wurde.“6) Dass diese Hanna nicht schlechtweg האישה, die Frau, sondern mit dem im Mittelalter nicht leichtfertig zur Anwendung kommenden Ehrentitel für Frauen: מרת belehnt wird, zeugt, dass es sich um eine angesehene oder gar hochverdiente jüdische Frau handelt.7) Ob Hanna eine Salzburgerin gewesen, steht nicht fest. Dem Wortlaute der Eintragung nach dürfte sie eher eine Nürnbergerin gewesen sein, die sich zur kritischen Zeit des Jahres 1349 gerade in Salzburg aufhielt und dort ein Opfer der Verfolgung wurde. Zwischen Salzburg und Nürnberg hätten in diesem Falle damals enge persönliche jüdische Beziehungen bestanden. ף Bd. I 269. 2) Salfeld, Das Martyrologium des Nürnberger Memorbuches (Berlin, Simion 1898) S. 23, 154, 69, 249, Annal. Matseens (M. G. S. S. IX) S. 829, Zunz, Zur Synagog; Poesie S. 41. *) Salfeld, S. 78, 268. 4) ebenda S. 82. Vgl. auch Kohut, Geschichte der deutschen Juden, Berlin S. 266. *) ebenda. «) Salfeld, S. 23 und 154. 7) Vgl. Artikel Nr. 2: Jizchak von Salzburg.