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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1928-01-01 · XIX. (1928) · page 73

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIX. (1928)
Date
1928-01-01
Page
– (sequence 73)
Language
German
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87 löse Ihn, ein Vater des Hauses des Gerichts und Haupt der Ver- Sammlung der Gelehrten, wie auch Haupt der Vertriebenen, der heiligen Versammlung Prag, Es behüte sie und das Land der oberste Gott, und sein Netz ist ausgebreitet |: das ist, er hat zu befehlen :| über die Heilige Stadt Jerusalem, die soll bald in unseren Tagen erbauet und befestiget werden zu einer heiligen Gemeinschaft, worinn sich Viele gelehrte befänden, nembl. der heil. Gemeinschaft zu Prag, der oberste Gott behüte Sie. — Nach der letzten Kommission lässt Oppenheim dem Diodat durch seinen Sekretär 6000 fl anbieten,1) um den Prozess auszngleichen, doch Diodat erwidert, nicht einmal um 10000 fl könne er jetzt einen Ausgleich annehmen, da man ihn für einen Verräter halten müsste; der Prozess geht also weiter. Das Appellationstribunal spricht Oppenheim von der Zahlung der 1200 fl frei und verurteilt Diodat ihm die Kosten beider Instanzen zu ersetzen. Auf die beim Kaiser eingelegte Revision entscheidet dieser unterm 30. Jänner 1723, das Urteil hinsichtlich der Freisprechung Oppenheims bleibe bestehen, doch solle jede Partei ihre Prozesskosten selbst tragen. Diodat hat, wie er behauptet, durch seinen kostspieligen Prozess sein ganzes Vermögen verloren und sich mH seiner Familie entzweit, er wendet sich darum nach Sachsen, zuerst nach Dresden, dann nach Leipzig. Von Leipzig schreibt er am 6. September 1724 einen Drohbrief an die Juden nach Prag, worin er sie aufmerksam macht, dass er nur durch das falsche Zeugnis Oppenheims den Prozess verloren habe, dass er mehr als 50 Zeugen gegen Oppenheim habe, und dass er von den Prager Juden wie in seinem ersten Briefe nur 8000 fl — die Kosten des Injurienprozesses, der viel kostspieliger gewesen sei, als der gegen Oppenheim — verlange, sonst würde er alle Briefe und Allegata über die Juden in Druck legen und den christlichen Potentaten die Augen über sie öffnen, was für die Juden die unangenehmsten Folgen haben werde. Auch werde noch die Zeit kommen, wo der Kaiser seine Schriften, die er ihm in einer Audienz in Laxenburg am 23. Mai 1715 persönlich, dann am 22. Juli und 10. September l) Wenn diese Angabe Diodats wahr ist, so lässt sich die Tatsache leicht damit erklären, dass Oppenheim die Prozesse ähnlicher Art wie R. Jomtob Lipmann Heller’s und Sabbatai Bass’ und ihre unseligen Folgen vorgeschwebt haben.

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