Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 64)
- Language
- German
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Und Wendungen alles Mögliche hineindeuten. Und so musste Rabbi David Oppenheim seine Schätze im Hause seines Schwiegervaters in Hannover aufstellen; ob er sie in Nikolsburg noch bei sich gehabt hat, wo sie jedenfalls noch bedeutend geringer waren, ist unbekannt, in Hannover umfasste seine Bibliothek 7000 Druckwerke und 1000 Handschriften. David Oppenheim förderte aber nicht nur den Druck der Bücher, er förderte auch ihre Verfasser und Herausgeber. Eine ganze Reihe zeitgenössischer Autoren verewigen in ihren Werken ihre Dankbarkeit an ihn, so vor allem Mose ben Menachem aus Prag, der Verfasser des .ויקהל משד und זרע קדש, der betont, dass Oppenheim nicht nur für seinen und seiner Familie Lebensunterhalt gesorgt habe, sondern auch Bürgschaft für 100 Taler für ihn geleistet habe, um den Druck zu ermöglichen, ebenso borgte er dem Verfasser des ברית שלום eine grosse Summe Geldes; für Wohltaten Oppenheims danken in ihren Vorreden die Verfasser beziehungsweise Herausgeber von מפתח הים, von ,^גבורת אנשים, פנים מאירות, שם משמו שארית יעקב und 1.בית יחודה) Ganz besondere Förderung liess er einzelnen Gelehrten zuteil werden, denen er kostbare Schätze seiner Handschriftensammlung zur Edition überliess, und die er auch durchwegs durch lange Gastfreundschaft in seinem Hause und grosse Geldunterstützungen förderte, so die Herausgabe des Kommentars des רשיבם zur Thora, der Novellen des ריט״בא zum Traktat Chulin, des Kommentars des רא״ש zu Seraim. Viele der von ihm geförderten Gelehrten erstrecken ihren Dank auch auf seinen Sohn Joseph, dem gleich dem Vater stets hilfsbereiten Mäzen. Nicht minder wertvoll als die materielle, war die moralische Unterstützung, die Oppenheim den zeitgenössischen Autoren und Editoren durch Empfehlungen und Approbationen augedeihen liess. Hierher gehört auch die Förderung, die Oppenheim Christian Wolf2) angedeihen liess, 1J Zur Drucklegung dieses Werkes des Vaters seines Schülers Abraham, des Kalischers Rabbiners Rabbi Jehuda ben Nissan brachte Oppenheim im Vereine mit seinen Verwandten in Hannover und Wien die grosse Summe von 1800 Talern auf. (Freudenthal, Aus der Heimat Moses Mendelssohns S. 167.) Die Förderung Neehemja Chajuns und seines Buches ist schon oben erwähnt worden. *) Über den Briefwechsel Oppenheims des Vaters und Sohnes mit Wolf VgL Monateschr. f. Gesch. u. Wissensch. d. Judent., 1896, S. 426.