Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIX. (1928)
- Date
- 1928-01-01
- Page
- – (sequence 50)
- Language
- German
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14 Ober, ßichterl. Assistenz je und alle zeith widerfahren zu lassen, gantz nicht entgegen, bevoraus da man ausser allen Zweifel setzet, dass Er Ober Rabiner seines in dem allergnädigsten Kays. Rescripto mit angerübmbten Uninteressierten Wandels willen auch in allen zu erfüllung des mosaysehen Gesetzes und dessen Ceremonien gehörig Stellen ohne dem mindesten aigengewinn und Taxgeldt verfahren, wö aber die Christliche Lehre mit einlauffen möchte, im mündesten nicht berühren oder sich einmischen werde, wornach Er Supplicant wie zu richten wissen wirdt.a Im Jahre 1704 erhielt er wieder für sich und die Seinen einen Pass, der ihn berechtigte, wann und wo er wollte zu reisen.1) Das war für ihn von grösster Wichtigkeit, denn neben häufigen Reisen aus familiären Gründen, besonders zu Besuchen in Hannover und Wien, unternahm er auch manche Reise zum Ankäufe seltener Bücher und Handschriften und wohl auch zu geschäftlichen Zwecken2); denn dass er geschäftlich tätig war, dafür spricht der bereits zitierte Passus aus dem Prager Rabbonusbriefe, nicht minder die Tatsache, dass ihm der Kaiser am 13. Oktober 1705 3) von dem ausserordentlichen Beitrage der Prager Juden per 30000 fl die Hälfte überweisen liess, doch wohl als Zahlung für eine vorgestreckte Summe.4) Dass man seine kaufmännischen Fähigkeiten auch bei der Behörde schätzte, dafür spricht der Umstand, dass ihm zu einer Zeit, wo er mit dem böhmischen Landesrabbinate nicht das mindeste zu tun hatte, wo man also in ihm nicht den Rabbiner, sondern blos den Vertrauensmann und Sachverständigen sehen konnte, im Jahre 1708 auf einige Beschwerden von böhmischen Landjuden gegen ihre Deputierten wiederholt die Prüfung der Rechnungen der böhmischen Landjudenschaft aufgetragen wurde5); als gewiegter Geschäftsmann stand er auch seinem Onkel Samuel Oppenheimer bei seinem Prozesse in Wien bei.®) Es ist notwendig, um ein vollkommenes Bild von Oppen- ף Grunwald a. a. 0. 2) Dass seine zahlreichen Reisen auch bei einzelnen Gemeindemitgliedern Anstoss erregten, bemerkt schon Loewenstein a. a. 0. S. 8, Anm. 4 unter Berufung auf 115 <1 שבות יעקב• s) Grunwald a. a. 0. 4) Ich glaube, dass mit diesen Daten die Bedenken Duschinski’s a. a. 0, S. 11 Oppenheim eine geschäftliche Tätigkeit zuzumuten, hinfällig werden, *) Grunwald a. a. 0. *) Grunwald a. a* 0. u. S. 124,