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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1928-01-01 · XIX. (1928) · page 48

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIX. (1928)
Date
1928-01-01
Page
– (sequence 48)
Language
German
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Zahl von Schälern; allerdings die Verhältnisse in der geistigen Führerschaft der Gemeinde waren durchaus nicht klar und eindeutig. In Prag war seit dem Heimgange R. Aron Simon Spiros 1680 — des רא״ש הצדיק wie er genannt wurde — das Rabbinat der Provinz, das Landesrabbinat wieder von dem Rabbinat der Gemeinde getrennt worden. Landrabbiner wurde R. Abraham Broda, selbst ein Kind der böhmischen Provinz — in Jungbunzlau geboren — Prager Rabbiner R. Gabriel aus Krakau (Eschkeles). Abraham Broda war gleichzeitig Schulrektor, der einer grossen Jesehiwa Vorstand. R. Gabriel zog 1694 als Nachfolger R. Gerson Aschkenasis nach Metz, von da 1705 nach Nikolsburg, wo er 1717 als mährischer Landrabbiner starb. Das Prager Rabbinat blieb nach seinem Wegzuge unbesetzt und wurde wieder, wie vor seiner Berufung von R. Wolf Spiro interimistisch verwaltet. Wahrscheinlich hatte sich R. Abraham Broda Hoffnung auf das Prager Rabbinat gemacht, da ja schon R. Aron Simon Spira gleichzeitig Prager Rabbiner und Landrabbiner gewesen war, so dass er Oppenheims Berufung als persönliche Kränkung empfand. Stoff zur Rivalität bot jedenfalls auch die Jeschiwah. da Abraham Broda bisher wohl die bedeutendste in Prag geleitet hatte, die mehrere Hundert Schüler zählte, und Oppenheim, dem seine Jesehiwa schon in Nikolsburg sehr am Herzen gelegen hatte, sich auch in Prag sehr darum bemüht haben dürfte, eine grosse Jesehiwa zu leiten, ein Ziel, das er bald erreichte, nicht zuletzt durch seine Munifizenz gegen seine Schüler, vielleicht auch dadurch, dass er seinen Hörern gewisse Freiheiten gestattete, die sonst nicht allgemein üblich waren, wie z. B. die Aufführung von Purimspielen, von denen eines ״Akta Esther1720 ״ in Prag im Druck erschien. Jedenfalls haben sich eine Reihe von Anekdoten erhalten, die, wenn sie auch nicht buchstäblich wahr sind, doch das Verhältnis zwischen Abraham Broda und David Oppenheim als ein sehr gespanntes charakterisieren. Ob es diese Misshelligkeiten waren, die Broda veranlassten, sein Landrabbinat aufzugeben und Prag zu verlassen, bleibe dahingestellt; David Oppenheim erwarb sich jedenfalls die Gunst seiner Gemeindemitglieder und der Beborden in immer steigendem Masse. Am 5. August 1702* *) erhält er die Bestätigung als Prager Oberrabbiner, am 26. Feber 17052) ג) Archiv der Jad. Gemeinde Prag. *) ebendaselbst Repertorium... der alten jüd. Landesregistratur 2. Abt

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