Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVIII. (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 396)
- Language
- German
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353 -Sü.- Modernes Verfahren. In der Gegenwart wurde sich die Vorausberechnung der Sichtbarkeit der neuen Mondsichel sehr einfach gestalten. Die umstündliche Methode, welche M. anwenden muss, um 1) den Unterschied in Länge zwischen Sonne und Mond und 2) ihren Höhenunterschied zu berechnen, kann heutzutage durch eine bei weitem kürzere ersetzt werden. Jede der alljährlich von den vier Sternwarten in Berlin, Greenwich, Paris und Washington herausgegebenen astronomischen Tafelsammlungen enthält die Werte für Sonnen- und Mondlänge von Tag zu Tag, ausserdem die genaue Angabe für Eintritt des wahren Neumonds. Da man den Zeitunterschied zwischen Jerusalem und obigen Orten kennt, ist es ein leichtes, die gewünschten Daten auf letztere Stadt zu beziehen. Für den einen Abend, an dem man im Zweifel ist, ob der Mond sichtbar sein wird, entnimmt man zunächst einer Tabelle die Zeit des Sonnenuntergangs. Ausserdem berechnet man sich mit Hilfe einer sehr einfachen Formel für etwa 20 und 30 Minuten nach Sonnen- Untergang die Mondphase. Da jene astronomischen Jahrbücher auch Rektascension und Deklination des Mondes für jeden Tag enthalten, so braucht man diese Grössen für die betreffende Abendstunde nur in Höhe und Azimut zu verwandeln, um alle Grössen für die weitere Lösung der Aufgabe vor sich zu haben. M. hat sein Kriterium der Sichtbarkeit jedenfalls aus einer Quelle entlehnt, die auf einer langen Reihe von tatsächlichen Beobachtungen beruht. Heutzutage könnte man schneller zum Ziele kommen. Mit Hilfe der neueren photometrischen Instrumente Hesse sich der gesamte Lichteindruck des schmalen Mondstreifens feststellen. Allerdings liegen solche Lichtmessungen für ein Mondalter vor 24 Stunden nach der Konjunktion noch nicht vor; der Mond befindet sich dann zu tief am Horizont, um von den meisten Sternwarten aus überhaupt beobachtet werden zu können. Aus den Messungen der Helligkeiten späterer Mondphasen lässt sich aber ein genäherter, für unseren Zweck ausreichender Wert auch für die schmalere Sichel ableiten. Verfasser dieses Artikels hat in den Astronomischen Nachrichten (1905, Nr. 4083) eine Zusammen- Stellung von Mondalter, Sichelbreite und ihre theoretisch abgeleitete Helligkeit gegeben, die hier folgt. Zum besseren Verständnis sei Jahrbuch der J. L. G. XVHI. 33