Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVIII. (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 333)
- Language
- German
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290 des Tradenten vortrage, der Schriftvers gesagt wurde: ״Beraube nicht den Armen, denn er ist arm“ (Proverb. 22) und wird daselbst hinzagefügt: ״Jeder, der eine Lehre im Namen ihres Tradentem lehrt, verdient, dass Israel durch ihn erlöst werde. Von» wem! lernst Da dieses? Von Ester, die etwas, was sie von Morcfecbaj1 gehört hatte (in dessen Namen weitererzählt) und dadurch das Ver— dienst erlangte, dass Israel durch sie erlöst wurde.“1) Es war darum keineswegs verletzte Eitelkeit, wenn der grösste Amora Palästinas ß. Jochanan in Zorn geriet, als ihm hinterbracht wurde, dass sein Schüler E. Elasar b. Pedath seine Lehren im Lehrhause vortrage, ohne ihn als Autor derselben zu nennen. Nur die richtige Bemerkung R. Jakobs, Sohn des Idi, dass ja alle Hörer wüssten, dass ß. Elasar nie eigene Lehren, sondern die seines Meisters ß. Jocbanans vortrage, und dass das Verhältnis zwischen dem Letzteren und dem erwähnten Schüler dem Verhältnis zwischen Moses und Josua gleiche, der dem Monde gleich, sein ganzes Licht von der Sonne, dem grössten aller Lehrer, empfing, konnte das Schuloberhaupt versöhnlich stimmen.2) Die Nennung des Autors; war ja auch für die rituelle Entscheidung von der grössten Wichtigkeit, da dieselbe von der Bedeutung und Wertschätzung abhiag, die der Autor bei der Mit- und bei der Nachwelt genoss. Die Schulleiter, insbesondere die Ordner und Schulvorsteher sahen da- *) Midrasch Tauchuma Pericope Bemidbor, א״ר תנחום הלבלר מקובל אני מרבי יאשא שקבל מן הזקנים הלכה למשה מסיני כל מי שאינו אומר דבר בשם אומרו שעליו הכתוב אומר אל תגזול דל כי דל הוא וכל האומר דבר בשם אומרו זוכה שיגאלו ישראל על ירו ממי אתה למד מאסתר ששמעה הדבר ממרדכי וע״י כן זכתה שנגאלו ישר' על ידה Die zweite Hälfte auch in den Sprüchen der Väter 6,6 und Chuliin 104 b. Im Namen R. Jochanans wird im Midrasch Tanchuma hinzugefägt:בשם אומרו אפילו משלשי הלכה ששנו רבותיו. Also auch die Kette der Tradenten. Vgl. hingegen Nasir 56 b u. Funk Juden in Babylon. I, 03. Wie ernst der geistige Diebstahl in später Zeit genommen und wie streng derselbe von den Gelehrten der Neuzeit beurteilt wurde, geht aus den Eesp. Machane Chajjim 2 Aufl. Choschen M. 249 hervor, wo die Frage behandelt wird, ob ein Toraschreiber als disqualifiziert erklärt werden soll, der e{nea geistigen Diebstahl begangen. Derselbe verweist auf Sifre zu Peric. Schoftim, nach welchem eine Verwechslung der Lehren des R. Elieser mit R. Judas als הסגת גבול bezeichnet wird. Er entscheidet, dass dieser wohl nicht das Verbot לא תסיג גבול übertreten habe, jedoch als ״Dieb“ bezeichnet weiden müsse, ohne merkwürdiger Weise auf unsere Stellen zu verweisen. *) Jebam. 96 b. Vgl. auch Toseph. zu Joma 4 a.