Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVIII. (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 308)
- Language
- German
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267 Wollen wir nun auf dem Wege der Herstellung einer kritischen Mischnaausgabe wesentlich vorwärts kommen, so müssen die ältesten, verschiedenen Ländern entstammenden Textzengen von der wissenschaftlichen Forschung herangezogen werden. Eine ganz besondere Bedeutung muss dabei unseren Fragmenten zufallen. Denn sie gehören — wir dürfen es aui Grund des in den folgenden Kapiteln Auszuführenden wohl ruhig behaupten — zu den ältesten uns bekannten Zeugen der Mischna und stammen aus einem Kulturkreise, in dem die Miscbnatradition seit ihrer schriftlichen Fixierung bodenständig war. Wir müssen weiter bedenken, dass wir es mit den Fragmenten dreier Handschriften zu tun haben, die, wie im Folgenden gezeigt wird, im wesentlichen derselben Rezension angehören. Da unseren Fragmenten überdies eine Reihe alter Textzeugen sehr nahestehen, so ist ihr überragender Wert ohne weiteres klar. Beschreibung der Handschriften. Die Hss. befinden sich teils in der Bodleian Library zu Oxford, teils in der University Library zu Cambridge. Herr Prof. Kable, der die Originale untersuchte und ihren Wert erkannte, liess sich von ihnen photographische!Reproduktionen hersteilen. Auf Grund dieser Photographien, die mir Herr Prof. Kahle in liebenswürdiger Weise zur Verfügung stellte, erfolgte die vorliegende Bearbeitung. Fragment A. Besteht aus. Pergamentblättem voa 25 cm Länge und über 21 cm Breite. Der obere und untere Rand betragen je 2—3 cm. Ebenso die Seitenränder. Jede Seite enthält in der Regel 33 Zeilen, mitunter auch 32 oder 34 (in Naschim manchmal nur etwa 30). Der Zwischenraum zwischen den Zeilen beträgt 3 mm. Von A sind erhalten: 1) in Oxford das Ms. Heb. c 17.l) Es bestellt aus 9 aufeinanderfolgenden Blättern und hat folgenden Inhalt: Traktat Nidda von in M u. L — bis auf ein Wort — fehlt. Bei der Verschiedenheit des Charakters dieser beiden Handschriften müsste man demnach mit einer alten Variante rechnen. Tatsächlich ist der betr. Absatz in M vollinhaltlich erhalten, und in L liegt — wie man auf den ersten Blick erkennen kann —־־ ein einfacher Auslassungsfehler infolge Homoioteleutons vor.!) Vgl. auch ״Catalogue of the Hehrew Manuscripts in the Bodleian Library“ II Oxford 190(3 No. *2661.15.