Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVIII. (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 242)
- Language
- German
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Das Memorbuch von Hagenbach. Von Eabbiner Dr. M. Weinberg Neomarkt (Oberpfalz). In meinen ״Untersuchungen über das Wesen des Memorbuehes*1) habe ich den Nachweis erbracht, dass das von Salfeld2) als ursprünglich der Gemeinde Nürnberg zugehörig bezeichnete alte Memorbuch der Gemeinde Mainz tatsächlich von Anfang an Besitztum der Mainzer Gemeinde war, zweifellos soweit das Martyrologium in Betracht kommt. Es gereicht mir zur Genugtuung, dass der inzwischen verewigte verdienstvolle Gelehrte in letztem Punkte meinen Standpunkt (brieflich) selbst anerkannt hat. In einem ausführlichen Referate über dieses Thema in der bayerischen isr. Gemeindezeitung 1926 No. 5 habe ich weitere Nachweise erbracht, dass unbedingt der deutsche Memorritus auf Mainz zurückgellt. Indem ich sonst auf dieses Referat verweise, fühle ich mich veranlasst, ein unabweisbares Argument aus ihm hier wörtlich wiederzugeben: ״Das Memmern (... die namentliche Ehrung der Märtyrer...) geschah (geschieht) regelmässig an den Sabbaten vor dem Schabuothfest und vor Tischoh b'aw. Der letztgenannte ist als Sabbat vor dem grössten Trauertag historisch genügend für dieses Trauergedächtnis begründet. Aber auch der Sabbat vor Schabuoth ist als Schlußsabbat der sog. Omerzeit der Schlußpfeiler einer Zeit, die gleichfalls historisch trübe Erinnerung weckt. Jedenfalls aber wirkt mitbestimmend für die Wahl auch dieses Sabbates zum Memmern (bis in unsere Tage) der Umstand, dass die Verfolgung von 1096 in dem Haupt-Omermonat Ijar erfolgte und sich in den Siwan hinein erstreckte. Auffallend bleibt dabei, dass der Sabbat J) In vorliegendem Jahrbuch, 16. Jahrgang 1924; weiterhin nnr mit ״Untersuchungenu angeführt. 2) Salfeld, ״Das Martyrologium des Nürnberger Memorbnehes*.