Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVIII. (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 216)
- Language
- German
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177 Doch ist diese Aufzählung nicht vollständig, da eine erschop-!ende Bearbeitung der Grabinschriften nach dieser Richtung nicht beabsichtigt war, andererseits vielen, ja wohl den meisten dm* Umgekommenen in den nunmehr folgenden Jahren der Not und des Elends kein Denkstein errichtet wurde. Das Erinnenwgsgebet,י) das alljährlich am 3. Tamus in den Synagogen gebetet wurde, hat nur den Namen eines Ehepaares überliefert, den des Dajjan Rabbi Salman Moscheis und seiner Gattin Miriam, der Tochter des angesehenen Jakob Tein. Diese waren dem Fener entkommen, hatten sich in eine Mikwa, ein Quellbad, gefluchtet, und waren daselbst erstickt und ihm, dem gefeierten Lehrer nnd Führer, dem die Grabinschrift ausserordentliches Wissen nachrühmt,2) ihm allein wurde die Ehre zuteil, in dem alljährlichen Seelengedäcbtnis namentlich angeführt zu werden und so sein Andenken — trotzdem alle seine Schriften, die Ergebnisse eines Lehens eifrigsten Stadlums, zugrunde gingen — für ״alle Zeiten״ lebendig erhalten. Was das Teuer ausser an Mensehenlehen und an materiellen Gätern, an ideellen unschätzbaren und unersetzlichen Werten vernichtet, erfahren wir gelegentlich ans den Schriften der Zeitgenossen. So fragt ß. Jakob Backofen, der spätere Rabbiner von Metz, den Chacham Zebi an, wie man sich zn verhalten habe, oh man nicht die Pflicht habe, sich korea zu sein, da viele ThorarbDen und Tausende und Abertausende von Tefillin and ungezählte heilige Bücher verbrannt seien, und bemerkt dabei, dass all seine Bücher ein Opfer der Flammen wurden (Resp. No. 17). Der grosse Gelehrte B. Uri Sehraga Ghalian, damals Vorsitzender des Prager Rabbinats, berichtet im Vorwort zu seinen Responsen WH דת mW, wie er bei dem Brande 1689 um all sein Hab nnd Gut gekommen sei und ganz besonders am seine ״unzähligen unschätzbaren“ kostbaren Bücher, ß. M. Pereis erzählt im Megillat Jochassin schel Meharal, dass sein Ahne ß. Liwa ben Bezalel ״der hohe Rabbi Löwu oder ״Meharal miprag“ einen doppelten Kommentar zum ganzen Talmud geschrieben habe in der einfachen erklärenden Art ßaschis und in der discussiven der Tossafot nnd, dass diese ebenso wie viele Responsen Opfer des Brandes von 1688 worden. Der l) s. Anhang I. *) Galed No. 58. Jahrbuch der J. L. G. XVIII. **