Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVIII. (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 123)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3486266-3486305--6928-3493304- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
84 Diese statietisce Aufnahmeh erfolgte auf Veranlassung des im Jahre 1833 gegründeten Vereins zur Verbesserung des Zu- Standes der Israeliten und ergaben ein drastisches Bild der Zustände der israel. Religionsschulen, so wie der Vorbildang und Lage der israel. Lehrer. Unter die Rubrik Ausländer faUen die nichthessischen Lehrer. Bezeichnend gegenüber den späteren Zeiten ist die hohe Schülerzahl in den einzelnen Gemeinden. Einzelne bedauerliche Tatsachen werden in den begleitenden Bemerkungen der einzelnen Kreisräte ebenfalls hervorgehoben. So z. B. macht der Kreisrat in Büdingen in klarer Erkenntnis der Ursachen der bedauerlichen Zustände geeignete Vorschläge zur Abhilfe: ״Um die hessischen Steilen wollen sich nur wenige Kandidaten bewerben, einestheils wegen der meistens schlechten Dotiernng hauptsächlich aber, weil die Lehrer seither nur von den Launen der einzelnen Gemeindemitglieder abhängig waren, daher sie in der Regel nie lange an einem Orte blieben. Dann sollte sich die Behörde endlich einmal um das jüd. Schulwesen bekümmern, da die seitherige Ansicht, dass dieses Privatsäche sei, vollkommen unrichtig sei, ״da dem Staat der Religionsunterricht seiner Unterthanen nichts Gleichgütiges seyn könne.“ Ferner hält er noch für erforderlich, dass 1) die Schulversäumnisse in den israel. Religionsschulen nach den Bestimmungen bei den Volksschulen bestraft werden, 2) müssten sämtliche Schulen jährlich mindestens einmal durch den betr. Rabbiner visitiert werden. Seither geschah in dieser Beziehung gar nichts. Der Rabbiner wohnt in Giessen und hat sich bis jetzt um das Schulwesen nicht bekümmert. Um so mehr dürfte dies von ihm verlangt werden, als alle Gemeinden zu seiner Salärierung beitragen müssen und für ihren Beitrag wohl auch eine Leistung verlangen können.״ In der Antwort glaubt der Oberschulrat nicht, dass die Regierung auf diese Vorschläge eingehen wurde. In dier Sthrkenburger Statistik kommt auch ein Darmstädter Fall vor. Mehrere Mitglieder der Darmstädter jüd. Gemeinde hatten sich beim Oberschulrat über den damaligen Religionslehrer Moses Mannheimer, der seit vier Jahren mit 25U fl. Jahresgehalt und zwar ״auf Wohlverhalten“ angestellt war, wegen ungenügender Leistungen