Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVIII. (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 104)
- Language
- German
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Jüdische Schul- und Lehrerverhälfrtisse in Hessen. Geschichtlich betrachtet von J. Lebermannin Darmstadt. Zu den betrübendsten Erscheinungen, weiche die Ereignisse der letzten zehn Jahre in politischer und wirtschaftlicher Hinsicht auch in der jüdischen Gesamtheit Deutschlands ansgelöst haben, gehört das Schicksal der jüdischen Schule und bes. die Lage des jüdischen Lehrers. Kein einziger deutscher Staat machte bis vor drei Jabren hierin eine Ausnahme. Jedoch das ehemalige Grossherzogtum Hessen (jetzt der freie Volksstaat Hessen) durfte neben einigen altpreussiscben Provinzen sehon seit langem in Bewertung der jüdischen Schule und des jüdischen Lehrers den zweifelhaften Ruhm bewährter Rückständigkeit beanspruchen. Als der langjährige verdienstvolle Obmann des hessischen Landeslebrerrereins, Kl Backes, im Jahre 1902 im hessischen Landtag seinen Antrag auf gesetzgeberische Massnahmen zur Abhilfe der schlimmen Lage der israelitischen Religionslehrer in Hessen stellte, äusserte er mir gegenüber, dass man an der Grenze des Hessenländchens eine Warnungstafel mit’ der Variation des Citats ans Dantes ״Divina comedia״ aufrichten sollte: ״IsraelitischerReligionslehrer, der dü hier eintrittst, lass deine Hoffnungen sinken.“ Die Ursache dieser beklagenswerten Entwicklung, unter welcher heute noch zahlreiche jüdische Lehrer leiden, und welcher der Lehrermangel in. vielen Landgemeinden sowie die Unwissenheit und־ religiöse Verwilderung eines grossen Teils der israel. Jugend in Hessen zuzuschreiben sind, liegt hauptsächlich in der seitens ng von altersher geübten Praxis gegenüber '%Ährbuch der J. b. G *VIU,;>