Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVIII. (1927)
- Date
- 1927-01-01
- Page
- – (sequence 83)
- Language
- German
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44 pakte, Traubriefe, Kaufverträge ausfertigte, die Aufzeichnungen{ iu deh Gemeindebüchern vornahm, Eintragungen und Vormerkungen in den Grundbüchern vollzog und dazu waren nicht nur hebräische, sondern auch talmudische Kenntnisse unerlässlich. Die Schammaschiin, welche auch um ihre Confirmierung bei der Gutsherrschaft ansuchen mussten,1) vermittelten den Verkehr zwischen Gemeinde und Oberamt, dadurch war auch ein Grad profaner Bildung bedingt. Bei der Unterzeichnung von Gemeindeakten, Legalisieren von Verträgen etc. fügten sie ihren Namen auch den Beruf ש״ונ שםש תאמן= Diener und Beglaubte bei; sie waren die Zeugen C3L officio. Die Umgangssprache der Juden jener Zeit war das Judendeutsch, dessen sich auch die Babbinen in ihren Vorträgen und Predigten bedienten, doch des Deutschschreibens waren nicht alle Babbinen kundig, dahingegen beherrschten die Gemeindediener die Landessdrache in Wort und Schrift.2) Das Ssp. (s. Anhang XII) gibt uns Auskunft über die Einnahmen der Schammaschim: ״Lohn wie aus der Gemeindeeassa (d. h. in gleicher Hobe) jedem eiuzelnen der Diener. Desgleichen vier Doppellöhne im Jahre und zwar: Am Purim, Wochenfeste, Neujahrsfeste und am Sßhemini Azeret (Schlussfeste), jedem einzelnen Diener gleich dem ihnen von der Gemeinde festgesetzten Lohne. Aus dem halben Schekel (Einwurf am Purim) jedem einzelnen Diener 15 פי׳ (— Böhm böhmischer Groschen). Von den Wachslichtern für den Versöhnungstag (Herstellung derselben) jeder a 15 Böhm, für das Verlesen der Haskara an jedem Sabbat, nach Verlesen der Haftora, vier Böhm den beiden Dienern für den Monat. Für das Schreiben der Steaerschätzong und das Einträgen in den Pinax der Zedoknh •) Pinax Austerlitz S. 892 b. *) ln meinem Besitze eine Ketubah auf Stempelpapier hebräisch und in deutscher Übersetzung (war in Mähren 80 üblich) ausgefertigt für Marcus Hirsch und der Bana Fleschin (s. Flesch, ibid. S. 47), die correct und schön geschriebene Uebersetzung, d. dto. Losehijtz 31. Juli 1793, von der Hand des Beglaubten Moyses Bruckmann, während der Lokalrabbiner Jakob Singer (= Tesi Teschen ל(יאקב ב״רי Sohn des Eibenschitzer Vorstehers Jada Tesi (später Familienname Singer) nur in ungelenken Schriftzügen seine deutsche Namensfertigung anfügen konnte.