Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVII. (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 139)
- Language
- German
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94 IV Teil 2, S. 353. In behaglicher Umständlichkeit erzählt er von einer ״gantz neuen unerhörten Bossheit“ der jüdischen Druckerei zu Wilkermsdorf. Diese habe nämlich für 1714/15 einen Kalender herausgegeben, in dem kol hakkedeschim und Kanistag steht, also dieselben Beanstandungen, wie׳ bei unserem Sulzbacher Kalender. Die Sulzbacher Regierung überzeugte sich offenbar selbst von der Harmlosigkeit der gerügten Worte; wir hören nichts von üblen Folgen für den Drucker, die andernfalls nicht ausgeblieben wären. Zum Schlüsse einiges über den Kalenderinhalt. Wir finden zunächst das in allen hebr. Kalendern bis heute figurierende Beiwerk, wie Moled, Tekufa, Sternbilder, das jüdische uud bürgerliche Kalendarium, die öffentlichen religiösen Feste. Daneben die Markttage und eine Jahrzeitstab eile für bedeutende Personen der jüdischen Geschichte. Interessant ist, dass (im Muster der uns bekannten Haggadabbilder) in plumpen Holzschnitten der Jahreszeit angepasste charakteristische Monatsbilder angeführt sind. Die in der, oben geschilderten, ungeschickten und nachlässigen Weise jener Zeit transskribierten ״Heiligentage“ der christlichen Religion lassen sich oft nicht leicht verstehen; es gelingt aber bei Zuziehung eines modernen Kalenders stets. Die bei Marktangaben vorkommenden Orte lassen sich nur von einem Landeskundigen entziffern. Das beim 21. November angegebene הישטט bedeutet Höchstadt.