Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVII. (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 92)
- Language
- German
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47 Drittes Kapitel: Errichtung des Tempels, Drändung derBeerdigungsbrudersehaft ״l’hewra-Kadiseha‘0 Errichtung des Friedhofes, Drändung des Frauenvereias und des Vereins für jüdische Deschichte und Literatur, Selhständigkeitshestrebungeu der Salzburger Judenschaft, Versuche und Vorarbeiten zur Drändnng der selbständigen Kultusgemeinde, die Errichtung der Kultusgemeinde, die erste Kultusvorstandswahl, der erste Kultusvorstand, das Demeindestatut, die Errichtung der selbständigen Matrikelführung, der erste Rabbiner und Matrikelführer der neuen Demeinde, Inaugurierungsfeierlichkeiten der neuen Kultusgemeinde, die ersten selbständigen Funktionen der neuen Demeinde, die ersten Matrikeleintragnilgen, der Stand der Mitgliederschaft der neuen Kultusgemeinde zur Zeit ihrer Drändnng, die Scbuljugend im genannten Zeitpunkt. (1893—1911) Unter den verschiedenen Schwierigkeiten, mit denen die numerisch schwache jüdische Zweiggemeinde in Salzburg zu kämpfen hatte, machte sich der Mangel eines eigenen, beständigen Gotteshauses am empfindlichsten fühlbar. Nicht nur, dass die immer dem Wechsel unterworfenen gemieteten Räumlichkeiten der Andacht und Würde der Gottesdienste nicht förderlich sein konnten, verursachte die Beschaffung der erforderlichen Räume stets die grössten Sorgen and Kalamitäten. Bei den Salzburger Hausbesitzem fand das Mietbegehren der Juden für die Errichtung jüdischer Andachtstätten nichts weniger als Bereitwilligkeit und Entgegenkommen. Notgedrungen raffte sich daher das kleine Häuflein Salzburger Juden zu einer Tat auf. Es wurde ein Tempelban- Komitee gegründet, welches zum Zwecke der Aufbringung der Kosten für ein Gotteshaus 1) eine Anleihe unter der Judenschaft Salzburgs selbst aufbrachte u. z. auf dem Wege der Verausgabung von Anteilscheinen in einer von jedermann erschwinglichen Betragshöhe und 2) einen Aufruf um Spenden an die jüdische Öffentlichkeit ergehen liess. An der Spitze des Komitees stand Gottlieb Winkler, Professor an der Staatsgewerbescbule in Salzburg, der im Juni 1893 von Anton und Rosine Keefanger einen Baugrund in der Lasserstrasse um 3690 Gulden erwarb. Ihm wurde auch als Fachmann die Ausführung des Baues übertragen» In Anbetracht der bloss beseheidenen Mittel, die zur Verfügung standen und der Dringlichkeit der rasehen Fertigstellung musste von einem Prachtbau abgesehen werden. Winkler schritt schnell zur Verwirklichung des entworfenen Planes