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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1926-01-01 · XVII. (1926) · page 74

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVII. (1926)
Date
1926-01-01
Page
– (sequence 74)
Language
German
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ר 29 Fassfassen, ihre Berufe und kultischen Behelfe, Aufenthalt jüdischer Persiulichkeiten iu Salzburg, antisemitische Strömungen in Salzburg und Ihre Abwehr. (1867-1891) Das Jahr 1867, für das oesterreichische Judentum durch die bekannte Aufhebung jedweder Ortsbeschränkung in der Niederlassung1) bedeutungsvoll, darf besonders auch den salzbnrgisehen Juden als denkwürdig gelten. In diesem Jahre liess sich nach mehr denn dreieinhalb Jahrhunderten wiederum ein Jude in Salzbürg nieder. Ihn führte freilich nicht das Gleichbereehtigungsgesetz, sondern das Gesetz der gleichen Verpflichtung nach Salzburg — der Militärdienst. Albert Pollak — dies der Name des zu solch geschichtlichem Neubeginn Ersehenen — kam aus Ungarn nach Salzburg. Im Jahre 1833 als Sohn armer, braver und religiöser Eltern iu Mattersdorf (Ungarn) geboren, wuchs er fast ohne jegMcbe Schulausbildung und ohne eigentlichen Beruf heran, bis er in seinem 21. Lebensjahre zum Militär ausgemustert und dann im Jahre 1856 als Soldat nach Salzburg verschlagen wurde. In Salzburg oblag er dem Militärdienste mit einigen Unterbrechungen bis zum Jahre 1862. 1859 machte er den italienischen Feldzug mit, bewährte sich als strammer und tapferer Soldat und erwarb sich die Kriegstapferkeits-Medaille. Ein aufgeweckter Kopf und fideler Kamerad, eignete er sich während seiner Salzhnrger Dienstzeit mit ausserordentlichem Anpassungsgeschick den salzbnrgisehen Volksdialekt an und erwarb sich in soldatischen und anssersoldatischen Kreisen allgemeine Wohlgelittenheit. Dabei kam ihm das Bewusstsein, Jude zu sein, niemals abhanden. Auch seiner armen Eltern vergass er nie und unterstützte sie von seinen kleinen Ersparnissen. Da es ihm in Salzburg recht gut gefiel, und er die Wahrnehmung guter Existenzmöglichkeiten machte, stieg in ihm der Gedanke auf, auch nach seiner Militär-Verabschiedung in Salzbürg zu verbleiben. Schon als Soldat trieb er kleine Geschälte mit alten Uhren und dergl. m.; und als er nach langjährigem Konstituierung der israel. Kultusgemeinde erfolgte. (Ygl. Baumgarten, 47 u. 48). In Oesterreich ob. d. Enns zählten die Juden um 1869 bereits 724 (darunter 38 SbfÜaten) und m Steiermark 778 Seelen (darunter 44 Soldaten). (Wolf z. Salzb. Chronik 3). ף Laut Artikel 2, 4, 6, 14 und 15 Rgbl. 142 des oesterreiehisehen Staatsgrundgesetzes (Vgl. Abscha. 111 Kapitel S au Ende).

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