Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVII. (1926)
- Date
- 1926-01-01
- Page
- – (sequence 55)
- Language
- German
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10 Rothschild ist als Viehlielerant des Heeres mit der Armee- Verwaltung überhaupt nicht immer auf gutem Fusse gestanden. Es kamen so manche geschäftliche Differenzen vor. So berichtet ein Protokoll Rubseggers, des politischen Diktators der Landes- Verwaltung, vom 20. April 18091) das Folgende: ״Der Hebräer Rothschild aus Stuttgart lieferte auf Rechnung der Landschaft 200 Ochsen für das Bureau des Vivers, welche nach Abzug der Tara von 40 Pfund zusammen 1514 Zentner und 14 Pfund wogen, wofür er per Zentner 17 fl. zusammen 25.740 fl. 27 kr. zu fordern hätte und erklärte auf das Anliegen der Landschaft um einen Nachlass von dieser Summe, dass er sich nichts abzieben lasse, doch zufrieden sei, wenn ihm seine Forderung vorn Tag der Lieferung in Monatsraten per 4000 fl. auf Gutscheinen zugestellt werde. Der Intendant Angles erklärte aber, dass Rothschild Kontraktbedingnisse nicht erfüllt habe, daher dieser dahin zu bescheiden sei, dass er ihn verfolgen werde, wenn er nicht einen Nachlass von 2400 fl. mache oder einige seiner Kaufbedingnisse zurücknehme״. Trotz dieser berechtigten oder unberechtigten Gereiztheit gegen die jüdischen Lieferanten ist doch nichts bekannt, was auf ihre Entfernung aus der Gefolgschaft des französischen Heeres schliessen liesse. Für die Geschichte der Juden in Salzburg bleibt dies übrigens ohne weiteren Belang, da der Ausgang der kriegerischen Ereignisse des grossen Jahres 1809/10 auch das Ende der Franzosenherrschaft in Salzburg bedeutete. Zweites Kapitel. Salzburg eine bayrische Provinz, neuerliches Auftauckeu der Jadenfrage, Nichtansdehnnng der bayrischen Handelszalässigkeit der Juden auf die Provinz Salzburg, Juden als Güterspekulanten, Verhandlungen der Behörden wegen Zulassung oder Abweisung der Jaden in Sachen des Güteraufkaufs und Besitzes, Behördliche Massnahmen, die Niederlassung and den Kultus der Juden betreffend. (1810-1816). Die Folgen des Schönbrunner Friedens vom 14; Oktober 1809 brachten dem vielgeprüften Lande Salzburg zum dritten Maie innerhalb weniger Jahre einen Regierungswechsel. Diesmal aber sollte l) ebenda.