Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 265)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3486266-3486309--6325-3492699- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Behrend Lehman und der sächsische Hof. Von Dr. Josef IVLeisl. Von den nicht zahlreichen Hofjuden, die dem sächsischen Hofe in der Zeit Friedrich August des Starken, (als König von Polen August II., 1697—1733) nahestanden, General-Hofproveditor Löwel Perl, Jakob Levi Bacharach, Rüben und Marcus Meyer, Jonas Meyer (mit dem Titular-Rathstitel), der in Diesden ein sehr grosses Haus unterhielt, Hofmünzlieferant Isaak Jakob u. a. war Behrend Lehman (Issachar Bermann) gewiss der bedeutendste. Uber seine Beziehungen zum sächsischen Hofe sind in der Literatur bereits verschiedene Angaben gemacht worden, die wir in den folgenden Zeilen ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu ergänzen in der Lage sind. Nach der bisherigen Annahme hat Behrend Lehman dem Kurfürsten bei der Beschaffung der Kaufsumme von 10,000.000 Gulden für die polnische Königskrone, durch diplomatische Bemühungen nach der Absetzung August II. im Jahre 1703 und später noch einmal 1709 grosse Dienste erwiesen1). ■ Die Geschichtsschreibung ist sich darüber einig, dass für den nach dem Tode Jan Sobieski's (1696) vakant gewordenen polnischen Thron die Besetzung durch den zeitgenössischen Vers ״Nach des Geldes Klang und Zahl dreht man seine Stimm zur Wahl“2) in treffender Weise charakterisiert wird. Und es ist nicht mehr als *) Auerbach, Geschichte der Juden in Halberstadt 1868 S. 43 ff. Emil Lehmann ״Der polnische Resident Berend Lehmann“ Dresden u. Leipzig 1885, eine zwar auf urkundliches Material gestützte, aber das Thema nur episodenartig behandelnde Arbeit. 2) Das Polnische Staats-Protokoll. Gedruckt i. J. 1697 (Flugschrift) XXII. Frage. 15•