Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 202)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3486266-3486309--6262-3492636- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
164 Wiener Inschriften uns begegnet (s. Index zu den Inschr. S. 547) bietet keinen sichern Stützpunkt. Hingegen macht uns das Grundbuch der Wiener Judenstadt mit den Eltern unseres Kabbalisten bekannt. Am 6. Juli 1644 erwerben ״Victrin Lazarus Hoff Judt und Egdl sein Ehewürthin“ ein Haus durch Kauf (Schwarz, Das Wiener Ghetto S. 211, No. 120, s. auch das S. 210, No. 118). Victrin (auch Victor) Lazarus, d. i. Avigdor b. Elieser ist der Vater des Kabbalisten Elieser b. Avigdor. Die Beschaffenheit des Hauses lernen wir aus der Schätzungsliste von 1660 (Schwarz S. 234, No. 46) kennen. Im Jahre der Vertreibung ist Victor Lazarus noch Besitzer des Hauses (ibid. S. 250, No. 49). Als Besitzer eines Hauses figuriert 1651 und ca. 1660 in zwei andern Verzeichnissen Avigtor, Victor Gerstl (ib. S. 222 und S. 225, No. 39), der aber nach Lage des Hauses kein anderer als Victor Lazarus ist. Wir lernen also den Vater des Kabbalisten als Hausbesitzer von 1644 bis zum Aufhören der Judenstadt kennen. Im Namen Edgl der Gattin des Victor Lazarus verbirgt sich der jüdische Name Edel. Eine Frau dieses Namens, die für diese Zeit anzusprdfchen wäre, überliefert uns das Fürther Memorbucb. Edel T. Simeon Simmel starbt laut dieser Quelle (s. Berliner-Festschrift S. 127) Fr., 14. Schebat des Jahres 22= נשמה קדושה Jänner 1655. Genau unter demselben Datum lesen wir im Totenprotokolle der Stadt Wien (s. Schwarz S. 280): ״Dem Vigtor Juden, in sein Hauss, sein Weib Edl, ... alt 40 Jahre“ Edl, die Frau des Hausbesitzers Vigtor ist demnach Edel T. Simeon Simmel Egdl, die Ehewürtbin des Victor Lazarus. Haben wir Victor Lazarus als Schwiegersohn des Simeon Simmel eruiert, so erkennen wir in ihm ebendeshalb den Vater der Zartei, der zweiten Frau Koppel Fränkels, denn der האלוף Avigdor in der Grabschrift seiner Tochter Zartei (Inschriften I S. 417) wird in dem von L. Lazarus in Monatschr. 1912 mitgeteilten Stammbriefe Avigdor זימלס (Mon. 1. c. S. 350) genannt. Avigdor Simmels bedeutet demnach; Avigdor, der Schwiegersohn des Simeon Simmel. Victor Lazarus trat a*ber nicht erst durch seine Tochter Zartei mit dem ״reichsten Juden von Wien“ in verwandtschaftliche Be־ ziehung, denn schon früher war er dessen Schwager. Vittoria, die erste Frau Koppel Fränkels, deren Name 'und Abstammung dem Verfasser des Stammbriefes nicht bekannt waren (Mon. ibidem),