Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XVI. (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- – (sequence 125)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 99% known words query
- IRI
…/3486266-3486309--6185-3492559- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
8? Der soziale Geist und die sozialen Einrichtungen des Judentums nach Bibel und Talmud. Zwei Vorträge von Distriktsrabbiner Dr. Stein-Schweinfurt. Über den sozialen Geist überhaupt zu sprechen und im besonderen den sozialen Geist des Judentums zu behandeln, kann mit gutem Grund als aktuell und zeitgemäss betrachtet werden. Ja der Gründe gibt es eine ganze Zahl. Zunächst weiss jeder positiv gläubige Jehudi, dass alle Gedanken der Thora von ewiger Dauer und ewiger Geltung sind und dass die Prinzipien der in sozialer Beziehung geäusserten Gedanken, trotzdem wir kein selbständiges Staatenleben mehr führen, doch im gesamten, wie im einzelnen das Denken und Fühlen und vor allem das Wollen jede» wahren Jehudi bewegen müssen. Unser Thema ist aktuell, weil — ohne Übertreibung und ohne befürchten zu müssen, dass wir widerlegt werden könnten, dürfen wir es sagen! — weil eben auch die sozialen Einrichtungen der modernen Zeit zum grossen Teil, ja fast alle aus dem Gedankenborn des Judentums, des alten Testaments geflossen sind. Und aktuell ist unser Thema ganz besonders um deswillen, weil die Behandlung sozialer Fragen und da» Interesse für soziale Einrichtungen gerade ein besonderes Merkzeichen unserer Zeit bildet. Von selbst ergibt sich daraus nicht nur die Möglichkeit, sondern auch der Anreiz zum Vergleich mit den An-