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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1924-01-01 · XVI. (1924) · page 86

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XVI. (1924)
Date
1924-01-01
Page
– (sequence 86)
Language
German
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49 Am 21. Februar 1786 wurde der Kandidat der Medizin Salomo Soberuheim immatrikuliert. Sein Vater war der Dr. med. Samuel ben Jehuda Löb, der am 16. Februar 1790 in Zülz in Oberscblesien starb, und dessen Grabdenkmal von Enkeln und Urenkeln erneuert worden ist. Noch im Jahre seiner Immatrikulation muss Salomo in die Praxis eingetreten sein, denn als er am 22. Dezember 1820 in Posen das Zeitliche segnete, wurde von ihm gesagt, er habe dort sechsunddreissig Jahre praktiziert. Er Unterzeichnete S. S. Sobernheim, d. b. Salomo Samuel Sobernheim, und wurde Dr. Sobernheim senior genannt zum,Unterschiede gegenüber dem gleichzeitig dort wirkenden Stadtpbysikus Dr. Levi Sobernheim junior. 1794 hewarb er sich um die Stelle als Lehrer am geplanten Hebammeninstitnt. 1796 begegnen wir ihm als Subskribenten auf תורת לשון עברי, Breslau 1796. 1815 erklärte er sich gegen die Wahl R. Akiba Egers zum Posener Rabbiner. Als der Posener Rabbiner R. Josef [ha- Zaddik] am 17. Februar 1801 starb, wurde Sobernheims Attest über die Todesursache — Rabbi Josef laborierte lange an der Schwindsucht— vom Magistrat für ״nicht glaubwürdig“ befuuden, und das Collegium medicum in Posen fand, dass seine Gründe ״weder in der Natur liegen noch durch Erfahrung bestätigt werde«.“ 1815 verwendete er sich für diejenigen jüdischen jungen Leute, die zu den Fahnen eilen wollten. ״Ein Helfer der Armen und Hülfloseu, [der] minderjährige Erben binterliess, deren Lage bedauernswürdig war. Für die Erben verwendete sich besonders der Medizinalrat und Physikus Herr Freter, der an die [Gemeinde-] Aeitesten für sie eine Eingabe machte. Sie bestimmten zwei Tbaler wöchentlich für seine Kinder auf zwölf Jahre, um wenigstens einigermasseu ihren hilfloseu Zustand zu mildern“. Zu dem ״Helfer der Armen und Haltlosen“ passt schlecht der Vorwurf des Mitgliedes des Posener Collegium medicum Dr. Wybers vom 2. November 1797, ״dass Sobernheim senior nicht eher gehen will, bis der Jude 12 Gr. hinlegt, habe ich selbst von Juden gehört“. Einen charakteristischen Fall aus seiner Praxis berichtet einer seiner Patienten, etwa aus dem Jahre 1795: ״ln den Zwischenfeiertagen des Pessach .. . die Mitglieder der Kraukenbrüderschaft, die mich besuchen kamen, verzweifelten an meinem Aufkommen, sandten an einem Freitag nach Posen, um den jüdischen bei vielen erprobten Arzt Sobernheim zu holen. Es war nicht möglich, dass er vor Eintritt des Jahrbuch der J L, G. XVI. 4

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