Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XV. (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 196)
- Language
- German
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198 Sehatzjnile and Handelsmann Mayer Amsc&el Rotschild and dessen Söhne werden vom Kaiser nach ihrer Ernennung zn k. k. Holfaktoren in Salzburg akkreditiert; Handelschaft der Juden, Beschwerden and Erlässe gegen sie, das Ende des Salzburger Kirchenstaates. (1791—1808) In Frankreich wütete die Revolution, Throne wankten und zitterten, die Grundsätze demokratischer Lebensanschauung ,.Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ erschallten mächtig durch die Welt, ein Sturm des Erwachens schüttelte alle bestehenden Ordnungen durcheinander und liess altvererbte Zustände wie morsches Mauerwerk zusammensinken; in den schlaftrunkenen Ländern Deutschlands aber wurde noch immer der ״altehrwürdigeu Schrankenbaum für Judenmaut und Judenzoll gehandhabt. Das Toleranzedikt Kaiser Josephs II. hatte wohl zum ersten Mal in Deutschland dieser engherzigen, altverächtlichen und lästigen Einrichtung eine Einschränkung gebracht. Trotzdem sind dem Beispiele des freisinnigen Herrschers ausser König Friedrich Wilhelm II. verhältnismässig nur sehr spät auch andere deutsche Regenten und Regierungen gefolgt. Einer der frühesten in dieser Menschlichkeits-Gefolgschaft Josephs II. war Erzbischof Hieronymus. Im Jahre 1791 hob er den Judenleibzoll in Salzburg gänzlich auf. Dieser Humanitätsakt von Seite des Erzbischofs hat jedoch seine Vorgeschichte. Ganz spontan ist er nicht der Initiative des Fürsten entsprungen. Das in Hieronymus schlummernde Gefühl der Sympathie und des Mitleids für die gedrückten und entrechteten Juden musste erst durch eine Anregung von aussen geweckt werden. Dies bewirkte ein Zwischenfall, dessen Held ein von der Lästigkeit des Leibzolles betroffener Jude war. 5* Zum besseren Verständnis dieses interessanten Vorereignisses der Aufhebung des Judenleibzolls und des Aufhebungs-Aktes selbst ist es jedoch erforderlich, etwas weiter auszuholen und dieser ״edlen“ Institution wie auch den die Juden betreffenden alten Mautordnungen in Salzburg überhaupt einige historische Notizen zu widmen: Im Jahre 1537 führte Erzbischof Matheus Lang mit Bewilligung Kaiser Ferdinands eine Waren- und Wegmaut für die Landeshauptstadt und die Mautstätten״: Mauterndorf, Werfen, Buckelbruck, Mauthausen etc. ein, die sich in der Hauptsache bis zum Jahre 1800 Jahrbuch der Jüdisch-Literarisc hen Gesellschaft XV. 13