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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1923-01-01 · XV. (1923) · page 88

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XV. (1923)
Date
1923-01-01
Page
– (sequence 88)
Language
German
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85 das Gegenteil von R. Benjamin Rophe [de Lemos] (Anmerkung: Er ist Kahls (der Gemeine) Arzt und wegen seiner Frömmigkeit unter den gemeinen Juden sehr geehrt. Unser Aaron schrieb schon in seinem Gedicht an D. Marcus Moses das in denen Intelligenz- Blättern Nr. 7 vom J. 1766 eingerückt ist, Seite 31. *,Man mag wohl R. Benjamin Rophe rühmen was er für ein feiner Beije (grosser Gelehrter) ist und beständig in sifre musser (geistlichen Büchern) liest. Mächtiger Rophe (Arzt) ist er in Berlin genannt» dass er zu Abends und Morgens in Schul gebt, ist mir bekannt*. Ein Zeichen, dass er sich klüglich in die Zeiten zu schicken weiss zu seinem wahren Nutzen! Also heisst es auch bei den Juden: 0 Gott, der theure Name dein, muss ihrer Schalckheit Deckel seyn! Ein gelehrter Berlinischer Jude schrieb mir: *,Mit R. Benjamin kann ich gar nicht umgehen. Stellen sie sich ihn vor, wie den -welcher gleichfalls nach dem alten Schlendrian curiret, und nicht weiss, dass ein Tissot, Medicus, van Swieten, Hofrath Detharding und solche Leute in der Welt sind. Aber wir haben hier einen geschickten Mann mit Namen Herschel, welcher unserer Nation gewiss Ehre macht, und sich durch unterschiedene Schriften, die ich bald senden werde, renommirt hat.*] Doch hätten sie ihm in Altona, Hamburg und Schwerin bey seiner Durchreise grosse Ehre erwiesen, weil sie blos von seiner Gelehrsamkeit nichts aber von seinem Wandel vorher gewusst hatten, bis man ihn in Berlin recht hätte kennen gelernt. Da ich einen hiesigen Juden fragte, ob er nichts von dessen Anwesenheit in Schwerin gehöret, so sagte er ja: R. Josseph Präger hätte ihm gesagt: er wäre da gewesen, und wie ein Gallach glatt geputzt etc. gewesen, und wäre weder Katz noch Fisch weder Jud noch Christ* sie hätten ihn deswegen bald weiter gepattert (fortgeschafft) nach Berlin, wo viele seines Gleichen sind, sein Buch dürfe keiner lesen, weil es minische (ketzerische) Sachen enthalte und wäre überhaupt schtus (Narheit) solche moralische Sachen zu schreiben, da solche doch viel schöner und deutlicher in der Bibel ständen. Er habe am Schabbas Toback geraucht etc. lauter Totsünden!*1) x) Die Abschrift aus Tychsens Butzowscben Nebenstunden verdanke ich H. Rabbiner JDr. Breslauer-Kiel, der mitteilt, dass über R. Aaron Hardenka sich nichts weiter bei Tychsen finde und ״offenbar nicht gedruckt* sei.

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