Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XV. (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 78)
- Language
- German
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75 sie die Entscheidungen des Maimonides über die Neumondsweihe zu lehren .,. Ich kam nach Bamberg ... Dort sah ich einen Irommen Mann, den R. Teble Scheuer [Rabbiner in Bamberg seit 1759], der in hochherziger Weise mir Liebe und Erbarmen erwies . . . Auch dort lernte ich mit achtbaren Männern... Von dort kam ich in die Residenz Berlin ... Mich nahm ins Haus Ephrajim, Sohn des Veitei... Ich lehrte des Maimonides Entscheidungen über Neumondsweihe hochangesehene und gelehrte Männer. Da wiesen mich darauf hin und sagten mir die zwei reichen Herrn, die hohen Gesellschafter und bekannten Freunde, die Pfleger der Thora- Wissenschaft, die Gottes Gebot um des Himmels willen üben; ״Dir liegt es ob, des Maimonides Terminologie der Logik behufs Förderung der Verständigen zu drucken. Gott führte mir einen kurzen ausreichenden Kommentar [Mendelssohns] zu, der bisher noch nicht existierte... Hier in Frankfurt an der Oder...“ Ende 1762 edierte er dort das Buch mit dem hebräischen Titel באור מלות ההניון להרמב״ם ז״ל עם פירוש מספיק und dem lateinischen ״Logica R. Mosis Maimonidis cum explicatione R. Samson Kalir“. Der Dekan der Frankfurter philosophischen Fakultät versah es mit der Censurerlaubnis, hob das Alter der Kalirschen Familie hervor, das er bis in die mischnische Zeit zurückdatiert, und nennt Samson einen Polyglotten. Seine weiten Reisen hätten den Zweck, den jeweiligen Stand der mathematischen und astronomischen Wissenschaft in Vergleiche zu ziehen und davon Mitteilung zu machen. Mit gegenwärtigem Buche wolle er seinem Volke nutzen und ״den Weg zur Pflege der Vernunft zeigen“. Im Anhänge bietet Kalir die Abhandlung des Maimonides über die Auferstehung der Toten und in der hebräischen Vorrede Mitteilungen über die bisherigen Ausgaben der Terminologie der Logik, deren Texte und Kommentarien schwer verständlich gewesen seien. Aus der offensichtlich von Mendelssohn verfassten Vorrede zur nächstfolgenden Ausgabe dieser Terminologie, die 1765 in Berlin erfolgte, ist ersichtlich, dass Kalir den Berliner Philosophen zur Abfassung des kurzen Kommentars gedrängt hat, dass er aber voll zahlloser [Druckfehler und infolge seiner Kürze für Anlänger nicht ausreichend gewesen ist, und Mendelssohn veranlasst hat, ihn für die Ausgabe von 1765 zu erweitern. In einem Briefe an Lessing äusserte sich Mendelssohn darüber folgendermassen: ״Ich