Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XV. (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 71)
- Language
- German
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68 Vorsiehtsmassregeln“ in Göckings Journal von und für Deutschland Bd. II S. 227—234 die Sitte der frühen Beerdigung bei den Juden in den Aufsätzen: ״Genaue Prüfung der frühen Beerdigung der Todten bey den Juden“ und erblickt das Gebot der Beerdigung am Todestage im 5. Buch Mosis Cap. 21 Vers 23, Psalm 146 Vers 4 und Psalm 49 Vers 13. ״Aus allem schliesst er, dass die Beibehaltung des frühen Beerdigens nicht aus Aber-Glauben, sondern aus weiser Vorsicht und Fürsorge geschehe, damit weder Unglück noch Beschwerlichkeiten eintreten könnten“. ״Er wies darauf hin, dass auch ein zu langes Verweilen der Leichen auf der Erde mit Gefahren für die Lebenden verbunden sei“. In einem nicht mehr erhaltenen Briefe Jjat Mendelssohn, der bekanntlich den umgekehrten Standpunkt einnahm, ihm erwidert. Gegen die Ausführungen von Marx wandte sich der Berliner bekannte Professor Markus Herz mit der Schrift: ״Über die frühe Beerdigung der Juden. An die Herausgeber des hebräischen Sammlers,“ Berlin 1787. Marx verharrte auf seinem Standpunkte in der weiteren Ausarbeitung seiner Aufsätze in der Schrift: M. J. Marx, über die Beerdigung der Todten, Hannover 1788. Der Kurfürst von Köln erteilte ihm das Patent eines Hofmedikus. Rosenthal, der Stiftsgelehrte in Hannover und Gründer der Rosenthaliana in Amsterdam, teilt über ihn noch folgendes mit: ״Dr. Marx war hier einer der ausgezeichneten Arzte, auch allgemein sehr gebildet und in den talmudischen Disziplinen bewandert... Mit den religiösen Geboten nahm er es sehr genau und schrieb am Sabbat nicht ging vielmehr zur Apotheke, um das Rezept anfertigen zu lassen. Auf ein Rezept schrieb er zu Anfang ב״ה mit umgekehrten Buchstaben ... ״Sein Name war Mordechai, Sohn des Jacob Gunzenhausen“. Er starb in Hannover am 25. Januar 1789. Sein Grabstein besagt, dass er kein hohes Alter erreicht habe, und nennt ihn einen Gelehrten. Die Bibliothek der Synagogengeraeinde zu Hannover besitzt eine Anzahl hebräischer Werke, die den Stempel ״Dr. Marx“ tragen1). 1I Univ>Matr. II 371, Zeitschr. f. d. Gescb. d. Jud. in Deutscbl. III 213, IV 56, Mitteilungen des Gesamtarch. der deutsch. Jud. II 84, Zunz, Monatstage S. 4, Jew. Enc. VIII 419, Kayserling, Moses Mendelssohn, Leipz. 1862, S. 280 Anm. 2, י ספרות ישראל Warschau 1897, S. 434; eine Polemik gegen Marx findet sich auch bei Asch, ׳ תורה כולה ^ל ך^ל אךןךD> Berlin 1797, S. 40.