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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1923-01-01 · XV. (1923) · page 63

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XV. (1923)
Date
1923-01-01
Page
– (sequence 63)
Language
German
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IRI
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Am 22. Oktober 1703 wurde Moyses Humbert aus Metz inskribiert, bei dem gleichfalls keine Konfession angegeben wird 1). Vom 24. Februar 1705 ist das Immatrikulationszeugnis für den Proselytensohn Israel Moses datiert, das aber erst nachträglich ausgestellt worden ist. Trotzdem er vom Rektor magnificus von Runckel in vorgeschriebener Weise vereidigt worden ist, haben wir es doch hier mit keinem ordentlichen Studierenden zu tun. Vielmehr hat sich Israel Moses nur darum immatrikulieren lassen, um sich unbehelligt seiner Tätigkeit als Drucker an der Becmann-Gottschalcksehen Offizin widmen zu können, ln die Matrikel wurde er nicht eingetragen. 1707 finden wir ihn in Halle2). Am 9. Oktober 1705 wurde Aaron Margalita immatrikuliert, der sich stolz ״Doktor der jüdischen Altertümer“ nannte. Die Immatrikulation wurde ihm unentgeltlich gewährt. Damals war er langst zum Christentum übergegangen. 1663 in Zolkiew in Galizien geboren, war er zuerst ״Maggid“ in Polen und Deutschland, besuchte die meisten Universitäten Hollands und Deutschlands, wo er von den berühmtesten Professoren gute Zeugnisse erhielt, war sieben Jahre Lehrer des rabbinischen in Leyden und trat, durch Trigland beeinflusst, zur reformierten Kirche über. In seiner Hoffnung auf eine akademische Laufbahn getäuscht ging er nach Berlin, und denunzierte beim König Friedrich I von Preussen die talmudische Agada, die angeblich Blasphemien gegen die christliche Religion enthalte. Der grade 1705 in Frankfurt an der Oder erschienene Midrasch rabba wurde daraufhin solange unter Siegel der theologischen Fakultät gehalten, bis diese ein günstiges Votum abgab, und das Werk freigegenen wurde. Den Frankfurter Studenten suchte Aaron aus jüdischen Werken cbristologische Beweise aus Stargardt nach Posen ging, sondern sein Schwiegervater R. Götz in Posen Dajan war. Vgl. Jahrb. d. jüd. lit. Ges. XIV 229 über die Lesefehler der Matrikel. Nicht lange vor 1624 wirkte als Ordinarius der jur. Fakultät Frankf. a. 0. Mathias Cuno (Hausen a. a. 0. S. 125). S. noch Monatsschrift Jahrg. 42 S. 192. *) Univ.-Matr. II 261; vgl. Kaufmann-Freudenthal, die Familie Gomperz S. 286 Anm. 1. *) Näheres - s. Freudenthal, Aus der Heimat Mendelssohns S. 176 ff., Zeitechr. L hebr. Bibliogr.’XV 27 ff., XXI 16. Nach Jew. Enc. XII 312 war «r 1700 in Frankfurt.

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