Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XV. (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 38)
- Language
- German
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35 in der Welt bekannt. Loebele Prostitz vollbrachte vermittelst des aas Schaumgold ausgeschnittenen Gottesnamens, den er anf seine Brust geheftet hatte, vielbestaunte Wunder. Er lehrte: die Seele des Messias, die einen Teil der Gottheit bilde, bulle sich in jedem Zeitalter in den Körper eines vollkommenen Menschen, der eben dadurch die Macht habe, über die Geister und über die Natur zu herrschen und Wunder zu vollbringen. Diese Meaaiasseele habe in Sabbatai Zebi ihre Inkarnation gefunden, dann sei sie in andere Fromme eingezogen, in ß. Jonathan Eibenachütz und auch in ihn selbst. 1725 wurde gegen ihn der Bann wegen Sektiererei verhängt, sodass er seine Propaganda einstellen und schliesslich nach Ungarn auswandern musste. Aber er hinterliess in P. nach zahlreiche Anhänger und seine Lehre überlebte ihn. Das Ergebnis seiner Tätigkeit war, dass in einer Nacht 35 Gemeindemitglieder verschwunden und zur christlichen Kirche übergetreten sein sollen. Die religiösen Gegensätze führten einmal zu so heftigen Szenen, dass die Obrigkeit einschreiten musste. Als im Frühjahr 1769 zwei podolische Anhänger des Renegaten Jakob Frank nach P. kamen, fanden sie eine 8a kräftige Protektion, dass ihnen gestattet wurde, öffentlich in der Synagoge zu predigen. Sie fanden jedoch auch heftige Gegnerschaft. Die Aufklärung sandte frühzeitig ihre Strahlen nach P. 1). Schon am 3. Juli 1782 wurde die erste Normalsehule hier eröffnet, aus der bedeutende jüdische Forscher hervorgingen. Das Rabbinat war im zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts mit Männern besetzt, die P. zum Mittelpunkt der Reformbewegung in Mähren machten. In der Prossnitzer Synagoge wurde die erste deutsche Predigt in Mähren gehalten und hier war lange das Hauptquartier gegen das konservative Landesrabbinat. 1. Die Prossnitzer Rabbiner. Isak Chajut b. Abraham2) ist der erste uns bekannte Rabbiner in P. Er verlor hier 1590 einen Sohn, R. Samuel3). י) L. Löw a. a. 0. 198 ff.; G. Deutsch in Jew. Encycl. X, 225. 2) Siehe Hock, פראג p״p משפח1ת> Pressburg 1892, S. ISO. 8) Nach der Elegie seines Bruders Menachem Manes in יפני יצחק Zun*, Ltg. 425. 8