Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XV. (1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
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Geschichte der Juden in Prossnit2. Von Dr. J. Freimann in Posen. Prossnitz1), mäbrisch Prostiegov, cechisch Prostejov, lateinisch Prostana, jüdisch 2 פרוסטיץ), erscheint urkundlich im Jahre 1201 als bedeutende Niederlassung mit eigenen städtischen Rechten. Es befand sieh dort eine einträgliche landesfürstliche Maut. Ende 1213 hielt sich König Premysl Ottokar I. mit seinem Hofstaate einige Tage, in Prossnitz auf3). Oh die Mongolen 1241 auch P. heimgesucht haben, ist nieht erweislich. Auffallend ist nur, dass P. im Jahre 1359 als ״oppidum“, als Flecken erscheint. Nach der Eintragung in der Olmützer Landtafel war P. damals im Besitze der Brüder Cenek, Andreas und Pribik von Schellenberg. 1373 ging die Herrschaft auf Benedikt von Kravar über. Seitdem hatte die Stadt gleiche Besitzer mit Plumenau. 1390 erhielt P. vom Markgrafen Jobst Jahrmarktsgerechtigkeit. Seit 1391 gab es dort ein Augustinerkloster. Das Geschlecht derer von Kravar zeichnete sich durch eine für die damaligen Zeiten auffallende religiöse Duldsamkeit aus. Unter Georg von Kravar (1437) fanden die Hussiten in P. wohlwollende Aufnahme. Von 1430 bis zum 8. November 1620, der Schlacht am Weissen Berge, war in P. die hussitische Lehre verbreitet. 1496 trat Wilhelm von Pernstein den Herrschaftsbesitz von P. an. Auch die Familie von Pernstein war in Glaubenssachen *) Zur Geschichte der Stadt Prossnitz siehe: F. J. Schwoy,. Topographie vom Markgraftbum Mähren, Wien 1793, S. 400 ff; G. Wolny, Die Markgrafschalt Mähren, Brunn 1835f.; Chr. d’Elvert, Mährische und schlesische Chroniken [Monumenta rerum Bohemico-Moraviacarum] 1. Teil, Brünn 1861, S. 345—352; F. Faktor, Beschreibung der Bezirkshauptmannschaft Prossnitz, Prag 1898. ף Siehe bga. 1 פנים מאירות Nr* 22 und rga. פרשת מרדכי zu אה״ע Nr. 52. 8) Palacky, Dejiny närodu ceskeho, Prag 1894—96, *I, 458.